Paris, Sparta und zurück. Helena, der schönsten Frau der Welt, ist langweilig. Ihr Gatte Menelaos ist alles andere als jung, zwar finanziell gut situiert, aber ansonsten doch etwas schlicht. Schlussendlich nicht das, was eine junge Frau gänzlich erfüllt. Kurz vorher auf dem Berg Ida: Prinz Paris aus Troja soll zwischen Juno, Athene und Venus wählen, wer die Schönste sei. Er wählt Venus, nachdem sie ihm die Liebe der schönsten Frau der Welt versprochen hat. Das Gerücht erreicht Sparta und Helena ist ganz aus dem Häuschen. Eigentlich ist man – also Frau – treu, aber das göttliche Schicksal und die Aussicht auf einen jungen, schönen Prinzen haben doch ihren Reiz. Als dann beim großen, schöngeistigen Wettbewerb neben den großen Helden der Antike auch ein junger Schäfer auftaucht, wird Wunsch zum Traum und aus Traum wird Wirklichkeit.
Mit "Die schöne Helena" schuf Jacques Offenbach eine Opéra-bouffe, die die Vorgeschichte des Trojanischen Krieges aufs Korn nimmt. Im Fadenkreuz befinden sich die vorgeschobenen Moralvorstellungen der Herrschenden und der geschäftsmäßige Umgang mit den Göttern. Eine große Persiflage auf die Antike – so verspielt und anzüglich, wie die alten Götter selbst. Peter Hacks’ Bearbeitung des Stoffes, die auf dem Libretto von Henri Meilhac und Ludovic Halévy basiert, ist dafür ausgelegt, von Schauspieler:innen gesungen zu werden.