Goethe ist weg. Geflohen, heimlich und in Eile, ins schöne Italien. Zurück in Weimar lässt er Charlotte von Stein, die Goethes Flucht zum Anstoß nimmt, in Anwesenheit ihres Mannes die eigene Beziehung zum Dichterfürsten zu räsonieren. Sie erzählt von ihren Gedanken und Gefühlen zu Goethe in den vergangenen zehn Jahren, ihren Versuchen, Goethe zu bändigen und in die besseren Kreise einzuführen, sowie Goethes und ihrer komplizierten Liebe zueinander. Als einziges konkretes Handlungselement rückt dabei die Erwartung auf einen Brief von Goethe ins Zentrum des Geschehens. Schließlich: Ein Brief erreicht Frau von Stein. Wird er darin seine Liebe zu ihr bekunden?
Das meistgespielte und -gesendete Schauspiel von Peter Hacks mit einem dramaturgisch vollendet gearbeiteten, spannenden und theaterwirksamen Monolog: Eine Frau verrät ihr Fühlen und Denken, indem sie es mit aller Macht zu verschweigen sucht. Und durch den sehr persönlichen Blick auf den Geliebten entsteht ein Goethebild jenseits allbekannter Klassikerverehrung.