Was wählen Sie? Die kaum zu ertragende Wahrheit oder die Fiktion einer heilen Welt? Die rote oder die blaue Pille?
Die Zuschauer:innen von THE HOLY BITCH PROJECT entscheiden sich für die rote Pille – und stürzen damit tief in den Kaninchenbau, in dem sie unterschiedlichen Formen von Gewalt gegen Frauen begegnen. Und bei diesen Fällen handelt es sich um reale Geschichten: Der Text entstand im Rahmen einer Langzeitrecherche für eine Inszenierung unter der Regie der Autorin, er basiert auf Gesprächen mit betroffenen Frauen und Expert:innen. Im Laufe von THE HOLY BITCH PROJECT wird schnell offensichtlich, dass es sich nicht um Einzelfälle handelt, sondern um ein Porträt kultureller und gesellschaftlicher Strukturen, die Gewalt verharmlosen. Frauen werden abgewertet, objektifiziert und ohne Schutz gelassen.
Das Motiv der roten und der blauen Pille entstammt dem Film „Matrix“ und wird durch die frauenfeindliche Incel-Bewegung und die Alt-Right-Bewegung zur Verbreitung misogyner Verschwörungserzählungen vereinnahmt. THE HOLY BITCH PROJECT entscheidet sich bewusst für dieselbe Metapher und überschreibt sie durch ein feministisches Gegennarrativ.