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Der Maler des Königs


Peter Hacks

Komödie


1 D | 2 H

DER MALER DES KÖNIGS, Boucher, ist verarmt und aus der Mode gekommen; seine erotischen Bilder verfallen dem moralischen Verdikt der nun erfolgreicheren Künstler, die die aufkommenden bürgerlichen Tugenden propagieren. Sein Schüler Fragonard und das ehemalige Modell O`Murphy begegnen sich in dem ärmlichen Atelier, das Boucher und Madame O`Murphy bewohnen. Der Rum ist verflossen, der Reichtum dahin und das Alter offenbart seine Spuren.

In seiner Komödie bezieht sich Peter Hacks auf die Situation des Künstlers innerhalb des Staates und seinen Einfluss auf die Gesellschaft. Die Geschichte versetzt der Dramatiker in die glorreiche Zeit Ludwigs XV., der den erfolgreichen Francois Boucher, Direktor der Akademie der Künste, zum Hofmaler ernannt hatte. Unbestritten war dessen Werk "Die Odaliske" einer der Glanzpunkte seines Schaffens.

35 Jahre sind seitdem vergangen und wir finden den mittlerweile verarmten Boucher mit Mme. OMurphy, einstiges liebreizendes Modell zur Odaliske, in einem verrotteten Atelier wieder. In einer Zeit der politischen Wende ist Boucher aus der Mode gekommen und auch das Werk seines ehemaligen Schülers Jean-Honoré Fragonard hat seinen Wert eingebüßt. Hingegen droht Bouchers Konkurrent und erklärter Erzfeind Jean-Baptiste Greuze, dem er jegliche Begabung abspricht, als erfolgreicher Maler den Sieg über die französische Malerei zu erringen. Boucher, der seinen Glauben an die Kunst verloren hat, stellt in dieser resignativen Situation lakonisch fest: "Wenn ich eines Morgens aufwache und feststelle, dass ich tot bin, werde ich mich besser fühlen." Da bringt Fragonard eines Tages eine überraschende Nachricht.

Die 1991 entstandene Parabel auf Untergangs- und Wendezeiten kommt nun in den Kammerspielen zur Uraufführung. In ihr thematisiert der 1955 in die DDR eingereiste Autor das Zusammenwirken von Kunst, Politik und Gesellschaft.

Zwar ist Hacks' Spätwerk von einem resignativem Unterton unterlegt, doch in diesem Theaterstück (geschrieben 1999) ist er auch heiter - vor allem durch die Leichtigkeit und Genauigkeit seiner Sprache.

UA Theater Meiningen, 11. Dezember 2010

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Relation zum Titel Der Maler des Königs
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Originaltitel
Coautoren
Uebersetzung
Bearbeiter
Komponist
Genre Komödie
Subverlaginfo
Damen 1
Herren 2
Ergaenzung
Anmerkungen UA Theater Meiningen, 11. Dezember 2010
Einleitung DER MALER DES KÖNIGS, Boucher, ist verarmt und aus der Mode gekommen; seine erotischen Bilder verfallen dem moralischen Verdikt der nun erfolgreicheren Künstler, die die aufkommenden bürgerlichen Tugenden propagieren. Sein Schüler Fragonard und das ehemalige Modell O`Murphy begegnen sich in dem ärmlichen Atelier, das Boucher und Madame O`Murphy bewohnen. Der Rum ist verflossen, der Reichtum dahin und das Alter offenbart seine Spuren.
Haupttext <p>In seiner Komödie bezieht sich Peter Hacks auf die Situation des Künstlers innerhalb des Staates und seinen Einfluss auf die Gesellschaft. Die Geschichte versetzt der Dramatiker in die glorreiche Zeit Ludwigs XV., der den erfolgreichen Francois Boucher, Direktor der Akademie der Künste, zum Hofmaler ernannt hatte. Unbestritten war dessen Werk &quot;Die Odaliske&quot; einer der Glanzpunkte seines Schaffens. <br /><br />35 Jahre sind seitdem vergangen und wir finden den mittlerweile verarmten Boucher mit Mme. OMurphy, einstiges liebreizendes Modell zur Odaliske, in einem verrotteten Atelier wieder. In einer Zeit der politischen Wende ist Boucher aus der Mode gekommen und auch das Werk seines ehemaligen Schülers Jean-Honoré Fragonard hat seinen Wert eingebüßt. Hingegen droht Bouchers Konkurrent und erklärter Erzfeind Jean-Baptiste Greuze, dem er jegliche Begabung abspricht, als erfolgreicher Maler den Sieg über die französische Malerei zu erringen. Boucher, der seinen Glauben an die Kunst verloren hat, stellt in dieser resignativen Situation lakonisch fest: &quot;Wenn ich eines Morgens aufwache und feststelle, dass ich tot bin, werde ich mich besser fühlen.&quot; Da bringt Fragonard eines Tages eine überraschende Nachricht. <br /><br />Die 1991 entstandene Parabel auf Untergangs- und Wendezeiten kommt nun in den Kammerspielen zur Uraufführung. In ihr thematisiert der 1955 in die DDR eingereiste Autor das Zusammenwirken von Kunst, Politik und Gesellschaft. </p><p>Zwar ist Hacks' Spätwerk von einem resignativem Unterton unterlegt, doch in diesem Theaterstück (geschrieben 1999) ist er auch heiter - vor allem durch die Leichtigkeit und Genauigkeit seiner Sprache.</p><p></p>
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Kritiken - Texte &quot;Von moderner Sprachkrise&quot;, so heißt es in einer Rezension zu Hacks' späten Stücken, &quot;scheint dieser Autor wenig zu wissen. Er zielt auf die gelungene Formulierung, wenn es sein muß, auch abseits der Handlung. Seine Figuren konstituieren sich sogar dort, wo sie resignieren, als Subjekte auch, indem sie Welt in und durch Sprache fassen. Dass dem real nur bedingt so ist, leugnet Hacks nicht, im Gegenteil finden sich in fast allen Stücken abfällige Äußerungen über das Volk, das nicht begreift. Auch in dieser Hinsicht ist seine Kunst Gegenbild.&quot;
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