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Der Vater

Ü: Richter-Nilsson

Fadren


August Strindberg

Aus dem Schwedischen neu übersetzt von Christine Richter-Nilsson und Bo Magnus Nilsson

Übersetzung durch Christine Richter-Nilsson


3 D | 5 H
1 Kind

Der Rittmeister, Adolf, und seine Frau, Laura, können sich nicht über die Erziehung der gemeinsamen Tochter, Bertha, einigen. Adolf will, dass Bertha Lehrerin wird, aber Laura will ihre Tochter nicht in die Stadt gehen lassen. Daraufhin startet Laura eine raffinierte Intrige, die dem Gatten Zweifel an seiner Vaterschaft einflößen und seinen Versuch, sich als Wissenschaftler eine neue Karriere aufzubauen, zunichte machen soll.
Es wird ein Machtkampf auf Leben und Tod, in der sich die Kontrahenten nur unterschiedlicher Waffen bedienen. Adolf zieht sich auf seine traditionelle Position als Patriarch der Familie zurück, die ihn die Entscheidungsgewalt sichert, aber schließlich in roher Gewalt entgleist. Gegen die psychologischen Waffen der Frau und gegen ihre soziale Macht kommt er nicht an und verfängt sich mehr und mehr in dem von den Frauen des Hauses fein gesponnenen Netz, in der auch die Tochter zum Spielball wird.

DER VATER ist das erste große Meisterwerk August Strindbergs und verhalf ihm zum europäischen Durchbruch. Die Uraufführung 1887 in Kopenhagen sorgte für großes Aufsehen: Während die einen im Stück ein „geniales Meisterwerk“ erkannten, empfanden es die anderen als Produkt einer „kranken Fantasie“.

Dem Übersetzer-Team Richter-Nilsson ist es wieder gelungen, einerseits eine moderne Übertragung für den direkten Ton, die Schlagfertigkeit und präzise Härte der Dialoge zu finden und andrerseits die abgründigen Zweideutigkeiten der Äußerungen zu erhalten.

Die Übersetzer Christine Richter-Nilsson und Bo Magnus Nilsson über und zu August Strindbergs Werken:

„Als selbst Theaterschaffende war für uns die Sprechbarkeit der Texte oberstes Gebot. Dabei wollten wir auf philologische Genauigkeit keinesfalls verzichten, aber auch nicht aktuellen umgangssprachlichen Trends nachgeben, die schnell veralten. Wir setzten uns zum Ziel, Strindbergs verwegenen und subversiven Grundton, der seinen Stil so modern macht, transparent zu machen. Deswegen achteten wir besonders darauf, die meist bewusst absurd gewählten Formulierungen, die in vielen Übersetzungen glatt gebügelt wurden und damit den Repliken ihre Schärfe nehmen, unbedingt zu erhalten wie auch den abgründigen Humor, der die spannungsreiche und rätselhafte Atmosphäre vieler Szenen bestimmt.
Strindbergs Stücke sind zeitlos, weil sie die Grundprobleme des modernen Menschen verhandeln: Der endlose Machtkampf zwischen Frau und Mann, Individuum und Gesellschaft, Mensch und verborgenen Mächten. Zentraler Gegenstand vieler Stücke ist die Dekonstruktion der gesellschaftlichen Elite, die alle Institutionen: Kirche, Universität, Justiz, Universität, Parlament, für ihren Machterhalt instrumentalisiert hat. (…)
Aber Strindberg wäre nicht Strindberg wenn es nur bei der Kritik bliebe. Er stellt nicht nur den Sinn des „normalen“ Lebens in Frage, sondern des Seins als solches und verhandelt in seinen Nach-Inferno-Stücken moralphilosophische und existentielle Grundfragen, etwa nach dem Sinn von Leiden in einer unmenschlichen Gesellschaft. Für Strindberg gibt es eine Wahrheit jenseits aller Lügen und Täuschungen, die oft in Frauenfiguren verkörpert auftritt, etwa in der Gestalt des spukenden Milchmädchens in der GESPENSTERSONATE oder als Indras Tochter in EIN TRAUMSPIEL.“

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Relation zum Titel Der Vater
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Subtitel Ü: Richter-Nilsson
Originaltitel Fadren
Coautoren
Uebersetzung Aus dem Schwedischen neu übersetzt von Christine Richter-Nilsson und Bo Magnus Nilsson
Bearbeiter
Komponist
Genre
Subverlaginfo
Damen 3
Herren 5
Ergaenzung 1 Kind
Anmerkungen
Einleitung Der Rittmeister, Adolf, und seine Frau, Laura, können sich nicht über die Erziehung der gemeinsamen Tochter, Bertha, einigen. Adolf will, dass Bertha Lehrerin wird, aber Laura will ihre Tochter nicht in die Stadt gehen lassen. Daraufhin startet Laura eine raffinierte Intrige, die dem Gatten Zweifel an seiner Vaterschaft einflößen und seinen Versuch, sich als Wissenschaftler eine neue Karriere aufzubauen, zunichte machen soll. <br />Es wird ein Machtkampf auf Leben und Tod, in der sich die Kontrahenten nur unterschiedlicher Waffen bedienen. Adolf zieht sich auf seine traditionelle Position als Patriarch der Familie zurück, die ihn die Entscheidungsgewalt sichert, aber schließlich in roher Gewalt entgleist. Gegen die psychologischen Waffen der Frau und gegen ihre soziale Macht kommt er nicht an und verfängt sich mehr und mehr in dem von den Frauen des Hauses fein gesponnenen Netz, in der auch die Tochter zum Spielball wird.<br /><br />DER VATER ist das erste große Meisterwerk August Strindbergs und verhalf ihm zum europäischen Durchbruch. Die Uraufführung 1887 in Kopenhagen sorgte für großes Aufsehen: Während die einen im Stück ein „geniales Meisterwerk“ erkannten, empfanden es die anderen als Produkt einer „kranken Fantasie“.<br /><br />Dem Übersetzer-Team Richter-Nilsson ist es wieder gelungen, einerseits eine moderne Übertragung für den direkten Ton, die Schlagfertigkeit und präzise Härte der Dialoge zu finden und andrerseits die abgründigen Zweideutigkeiten der Äußerungen zu erhalten.
Haupttext Die Übersetzer Christine Richter-Nilsson und Bo Magnus Nilsson über und zu August Strindbergs Werken:<br /><br />„Als selbst Theaterschaffende war für uns die Sprechbarkeit der Texte oberstes Gebot. Dabei wollten wir auf philologische Genauigkeit keinesfalls verzichten, aber auch nicht aktuellen umgangssprachlichen Trends nachgeben, die schnell veralten. Wir setzten uns zum Ziel, Strindbergs verwegenen und subversiven Grundton, der seinen Stil so modern macht, transparent zu machen. Deswegen achteten wir besonders darauf, die meist bewusst absurd gewählten Formulierungen, die in vielen Übersetzungen glatt gebügelt wurden und damit den Repliken ihre Schärfe nehmen, unbedingt zu erhalten wie auch den abgründigen Humor, der die spannungsreiche und rätselhafte Atmosphäre vieler Szenen bestimmt.<br />Strindbergs Stücke sind zeitlos, weil sie die Grundprobleme des modernen Menschen verhandeln: Der endlose Machtkampf zwischen Frau und Mann, Individuum und Gesellschaft, Mensch und verborgenen Mächten. Zentraler Gegenstand vieler Stücke ist die Dekonstruktion der gesellschaftlichen Elite, die alle Institutionen: Kirche, Universität, Justiz, Universität, Parlament, für ihren Machterhalt instrumentalisiert hat. (…)<br />Aber Strindberg wäre nicht Strindberg wenn es nur bei der Kritik bliebe. Er stellt nicht nur den Sinn des „normalen“ Lebens in Frage, sondern des Seins als solches und verhandelt in seinen Nach-Inferno-Stücken moralphilosophische und existentielle Grundfragen, etwa nach dem Sinn von Leiden in einer unmenschlichen Gesellschaft. Für Strindberg gibt es eine Wahrheit jenseits aller Lügen und Täuschungen, die oft in Frauenfiguren verkörpert auftritt, etwa in der Gestalt des spukenden Milchmädchens in der GESPENSTERSONATE oder als Indras Tochter in EIN TRAUMSPIEL.“
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