Zum Hauptinhalt springen

Die Zurechnungsfähigkeit des Mörders Johann Christian Woyzeck


Gerhard Kelling

Einakter


2 H

Der historische Mordfall des angeblich psychisch gestörten Soldaten Woyzeck, der seine Geliebte Woost ersticht, wird von Gerhard Kelling neu aufgerollt: Er gibt mit seinem Einakter eine Variante des Gesprächs zwischen dem Täter und dem Professor Clarus wieder. Dieser soll darauf basierend das entscheidende Gutachten zu Woyzecks geistiger Gesundheit erstellen, von dem dessen Leben oder Tod abhängt. Büchners Inspiration zu einem seiner bedeutendsten Werke wird damit aus einer anderen Perspektive betrachtet.

Das einseitige Gespräch hat einen ironischen Unterton, der die Richtigkeit des abschließenden Urteils auf „zurechnungsfähig“ und Clarus‘ Kompetenz anzweifeln lässt. Vor allem die Sprache rekonstruiert das Stück authentisch und historisch glaubwürdig. Scheinbar listig versucht der Professor die Rollen des gewöhnlichen Verbrechers gegen den gebildeten Doktor zu etablieren: instinktgesteuerter Triebtäter versus rationalen Wissenschaftler, dumm gegen gebildet. Wer allerdings welche Eigenschaften verkörpert ist am Ende fraglich, da Clarus seine eigenen Antworten Woyzeck regelrecht in den Mund legt. Sowohl das Urteil als auch die Befragungsmethoden des Professors werden dadurch mit einem Augenzwinkern vorgeführt. Die im Dialog gut versteckte Kritik an übereifrigen Wissenschaftlern bietet sich hervorragend für zwei Schauspieler eines kleinen Theaters mit einem Blick fürs Detail an.

 

Eine kleine Parodie auf die (vermeintliche) „Logik der Wissenschaft“.

Zurück




---- DB CHECK ---- ---- ---- ---- ---- ----
Relation zum Titel Die Zurechnungsfähigkeit des Mörders Johann Christian Woyzeck
URL part die-zurechnungsfaehigkeit-des-moerders-johann-christian-woyzeck
Subtitel
Originaltitel
Coautoren
Uebersetzung
Bearbeiter
Komponist
Genre Einakter
Subverlaginfo
Damen 0
Herren 2
Ergaenzung
Anmerkungen
Einleitung Der historische Mordfall des angeblich psychisch gestörten Soldaten Woyzeck, der seine Geliebte Woost ersticht, wird von Gerhard Kelling neu aufgerollt: Er gibt mit seinem Einakter eine Variante des Gesprächs zwischen dem Täter und dem Professor Clarus wieder. Dieser soll darauf basierend das entscheidende Gutachten zu Woyzecks geistiger Gesundheit erstellen, von dem dessen Leben oder Tod abhängt. Büchners Inspiration zu einem seiner bedeutendsten Werke wird damit aus einer anderen Perspektive betrachtet.
Haupttext Das einseitige Gespräch hat einen ironischen Unterton, der die Richtigkeit des abschließenden Urteils auf „zurechnungsfähig“ und Clarus‘ Kompetenz anzweifeln lässt. Vor allem die Sprache rekonstruiert das Stück authentisch und historisch glaubwürdig. Scheinbar listig versucht der Professor die Rollen des gewöhnlichen Verbrechers gegen den gebildeten Doktor zu etablieren: instinktgesteuerter Triebtäter versus rationalen Wissenschaftler, dumm gegen gebildet. Wer allerdings welche Eigenschaften verkörpert ist am Ende fraglich, da Clarus seine eigenen Antworten Woyzeck regelrecht in den Mund legt. Sowohl das Urteil als auch die Befragungsmethoden des Professors werden dadurch mit einem Augenzwinkern vorgeführt. Die im Dialog gut versteckte Kritik an übereifrigen Wissenschaftlern bietet sich hervorragend für zwei Schauspieler eines kleinen Theaters mit einem Blick fürs Detail an. Eine kleine Parodie auf die (vermeintliche) „Logik der Wissenschaft“.
Bild
Bildunterschrift
Fotos
Fotos Copyright
Kritiken - Texte
Kritiken - Dateien
PDF zum Bestellen
Alphabetischer Titel Zurechnungsfähigkeit des Mörders Johann Christian Woyzeck, Die
Mailorder 0
PDF Leseprobe