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Rausch

Brott och brott


August Strindberg

Christine Richter-Nilsson und Bo Magnus Nilsson

Übersetzung durch Christine Richter-Nilsson


3 D | 5 H
1 Kind

RAUSCH von August Strindberg behandelt Aufstieg und Fall und erneuten Aufstieg eines Dramatikers in Paris. Der 30jährige Maurice steht kurz vor dem Durchbruch.

Vor der Premiere trifft er seine Freundin Jeanne, mit der er in wilder Ehe mit der bereits 5jährigen Tochter Marion lebt. Maurice erbittet von Jeanne die Freiheit für den Premierenabend und verspricht ihr, sie hinterher an Ehre und Erfolg teilhaben zu lassen. Doch nach dem großen Premierenerfolg verbringt er die ganze Nacht mit der verhängnisvoll verführerischen Künstlerin Henriette, die er seinem besten Freund, dem Künstler Adolphe, ausgespannt hat. Schuldgefühle plagen ihn wegen des Verrats an der Mutter seines Kindes und seinem besten Freund. Als am nächsten Morgen auch noch Marion tot aufgefunden und er des Mordes verdächtigt wird, fällt Maurice in eine tiefe Existenzkrise. Das Stück wird sofort wieder abgesetzt, der Plagiatsvorwurf erhoben, Maurice zerfleischt sich zwischen Vorwurf, Reue, Schuld und schließlich Sühne. Nicht zufällig bezieht sich Strindberg im Originaltitel „Verbrechen und Verbrechen“ auf Dostojewskis großen Roman. Dabei nehmen Maurice’ Mitstreiter jeweils andere moralische Standpunkte ein und schaffen so einen über den Plot hinausgehenden moralphilosophischen Diskurs, der das Stück der naturalistischen Form enthebt und bereits weit in die Moderne weist. Jeanne und Adolphe sind die Humanisten. Sie sind die besten Freunde: weise, gnädig, verständnisvoll, tolerant. Sie verkörpern das Gute im Menschen, das Gewissen und die Fähigkeit, sich selbst und anderen verzeihen. Der Untertitel „Komödie“ verweist auch auf das idealistische Menschenbild und die humanistische Moral: Wer bereut, bekommt eine zweite Chance. Maurice wird am Ende rehabilitiert. Der Abbé steht für die konservative Institution, für Buße und Absolution durch eine höhere Instanz. Henriette steht für die Gewissenlosigkeit, die Freiheit gewährt, aber in Verlust von Liebe und Beziehungen führt. Maurice steht für den modernen Menschen, der seine Taten nur vor sich selbst und seinem Gewissen verantworten kann und muss. Die Modernität von Strindbergs „Verbrechen und Verbrechen“ zeigt sich auch in Stil und Sprache. Die Figurenzeichnung geht über die naturalistische Darstellung hinaus und trägt stark expressionistische Züge. Schlimme Vorahnungen, Schuldgefühle und psychische Schmerzen bestimmen die Figuren. Das Stück gehört zu den ersten „Nach-Inferno-Stücken“ und steht damit am Anfang von Strindbergs Spätwerk, in dem er zunehmend dem Expressionismus, Surrealismus, Absurdismus und anderen Formen des modernen Dramas vorausgreift.

Hier liegt auch die Herausforderung für die Neuübersetzung. Die mittlerweile veralteten Übersetzungen aus den 70er Jahren waren nicht in der Lage, Strindbergs modernistischen Grundton zu übertragen. Die neueren literaturwissenschaftlich korrekten Übersetzungen meiden häufig den verwegenen und subversiven Grundton „zwischen den Zeilen“, der Strindbergs Stil so modern macht. Darin sehen wir den Sinn und auch die Stärke unserer Neu-Übersetzung: Die moderne Originalität von Strindbergs Stücken herauszuarbeiten und in eine sinnliche und bildreiche Sprache zu übertragen, die die verschiedenen Ebenen der Repliken und den abgründigen Humor erhält, der die spannungsreiche und rätselhafte Atmosphäre der Szenen bestimmt. Unser Strindberg-Übersetzungsprojekt hat das Ziel, die Modernität und Aktualität dieses für die deutsche Theatergeschichte so wichtigen Dramatikers wieder ins Bewusstsein zu rücken. (Richter-Nilsson)

Erstaufführung der Neuübersetzung frei!

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Relation zum Titel Rausch
URL part rausch-1
Subtitel
Originaltitel Brott och brott
Coautoren
Uebersetzung Christine Richter-Nilsson und Bo Magnus Nilsson
Bearbeiter
Komponist
Genre
Subverlaginfo
Damen 3
Herren 5
Ergaenzung 1 Kind
Anmerkungen Erstaufführung der Neuübersetzung frei!
Einleitung RAUSCH von August Strindberg behandelt Aufstieg und Fall und erneuten Aufstieg eines Dramatikers in Paris. Der 30jährige Maurice steht kurz vor dem Durchbruch.
Haupttext Vor der Premiere trifft er seine Freundin Jeanne, mit der er in wilder Ehe mit der bereits 5jährigen Tochter Marion lebt. Maurice erbittet von Jeanne die Freiheit für den Premierenabend und verspricht ihr, sie hinterher an Ehre und Erfolg teilhaben zu lassen. Doch nach dem großen Premierenerfolg verbringt er die ganze Nacht mit der verhängnisvoll verführerischen Künstlerin Henriette, die er seinem besten Freund, dem Künstler Adolphe, ausgespannt hat. Schuldgefühle plagen ihn wegen des Verrats an der Mutter seines Kindes und seinem besten Freund. Als am nächsten Morgen auch noch Marion tot aufgefunden und er des Mordes verdächtigt wird, fällt Maurice in eine tiefe Existenzkrise. Das Stück wird sofort wieder abgesetzt, der Plagiatsvorwurf erhoben, Maurice zerfleischt sich zwischen Vorwurf, Reue, Schuld und schließlich Sühne. Nicht zufällig bezieht sich Strindberg im Originaltitel „Verbrechen und Verbrechen“ auf Dostojewskis großen Roman. Dabei nehmen Maurice’ Mitstreiter jeweils andere moralische Standpunkte ein und schaffen so einen über den Plot hinausgehenden moralphilosophischen Diskurs, der das Stück der naturalistischen Form enthebt und bereits weit in die Moderne weist. Jeanne und Adolphe sind die Humanisten. Sie sind die besten Freunde: weise, gnädig, verständnisvoll, tolerant. Sie verkörpern das Gute im Menschen, das Gewissen und die Fähigkeit, sich selbst und anderen verzeihen. Der Untertitel „Komödie“ verweist auch auf das idealistische Menschenbild und die humanistische Moral: Wer bereut, bekommt eine zweite Chance. Maurice wird am Ende rehabilitiert. Der Abbé steht für die konservative Institution, für Buße und Absolution durch eine höhere Instanz. Henriette steht für die Gewissenlosigkeit, die Freiheit gewährt, aber in Verlust von Liebe und Beziehungen führt. Maurice steht für den modernen Menschen, der seine Taten nur vor sich selbst und seinem Gewissen verantworten kann und muss. Die Modernität von Strindbergs „Verbrechen und Verbrechen“ zeigt sich auch in Stil und Sprache. Die Figurenzeichnung geht über die naturalistische Darstellung hinaus und trägt stark expressionistische Züge. Schlimme Vorahnungen, Schuldgefühle und psychische Schmerzen bestimmen die Figuren. Das Stück gehört zu den ersten „Nach-Inferno-Stücken“ und steht damit am Anfang von Strindbergs Spätwerk, in dem er zunehmend dem Expressionismus, Surrealismus, Absurdismus und anderen Formen des modernen Dramas vorausgreift. <br /><br />Hier liegt auch die Herausforderung für die Neuübersetzung. Die mittlerweile veralteten Übersetzungen aus den 70er Jahren waren nicht in der Lage, Strindbergs modernistischen Grundton zu übertragen. Die neueren literaturwissenschaftlich korrekten Übersetzungen meiden häufig den verwegenen und subversiven Grundton „zwischen den Zeilen“, der Strindbergs Stil so modern macht. Darin sehen wir den Sinn und auch die Stärke unserer Neu-Übersetzung: Die moderne Originalität von Strindbergs Stücken herauszuarbeiten und in eine sinnliche und bildreiche Sprache zu übertragen, die die verschiedenen Ebenen der Repliken und den abgründigen Humor erhält, der die spannungsreiche und rätselhafte Atmosphäre der Szenen bestimmt. Unser Strindberg-Übersetzungsprojekt hat das Ziel, die Modernität und Aktualität dieses für die deutsche Theatergeschichte so wichtigen Dramatikers wieder ins Bewusstsein zu rücken. (Richter-Nilsson)
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