Neue Stücke

Das Schweigen der Männer

Das Schweigen der Männer

Schauspiel

Eine Frau räsoniert über ihren Tod, über den niemand etwas weiß, nicht einmal sie selbst. Ist sie in eine Felsspalte gestützt, einfach entschlafen, in der Wüste verloren gegangen oder an einer Krankheit gestorben? Wurde sie getötet, hat sie sich selbst umgebracht? Oder lebt sie womöglich noch immer? In diesem Text geht es um Berenike. Sie erzählt uns aus ihrer Perspektive von ihrer Beziehung zu Titus, Sohn des Vespasian, späterer Kaiser von Rom. Von ihren ganz eigenen Beweggründe, Heim und Hof zu verlassen und einem deutlich jüngeren Mann, ausgerechnet jenem Heeresführer, der die erbitterten Aufstände ihrer Landsleute aufs blutigste niedergeschlagen hat, ins römische Exil zu folgen. War das Liebe oder Flucht? Haben wir es hier mit dem Stockholm-Syndrom zu tun oder schlicht mit der pragmatischen Entscheidung einer Frau, die trotz ihres Status’ kein Land ihre Heimat nennen kann und keine Lobby ihr eigen, die genug hat von der Ehe, von sie unterwerfenden Männern und anderen Übergriffen? Über die Bande von Figuren, die wahlweise mit Berenike gelebt haben oder ihrem Leben nachspürten, sucht dieser Text nach der Wahrheit über eine vergessene Königin und deren Verbleib. Am Ende darf Berenike endlich die Bühne verlassen, als bedingt befriedete, in jedem Fall verstorbene Figur, so steht es geschrieben, und was geschrieben steht, das bleibt.


Jetzt erst rechts

Jetzt erst rechts

Schauspiel

JETZT ERST RECHTS basiert auf Lukas Hammersteins Stück GESCHWISTER EICHMANN. Der Autor hat seinen ursprünglichen Text aufgebrochen, weitergedacht, weitergedreht. Und wie in GESCHWISTER EICHMANN kommt hier eine Vielzahl an Stimmen zu Wort, deutsche Stimmen, die vom Krieg erzählen, vom Bösen, vom Guten, vom Heute. Dieser Text eignet sich als theatrale Intervention im öffentlichen Raum, oder in Kombination mit GESCHWISTER EICHMANN für einen Theaterabend, der unser aller Verhältnis zu unserer Demokratie thematisieren kann. Alle haben die Wahl Schauen wir mal Dann sehen wir schon Nie wieder war nie


Zum Licht

Zum Licht

Schauspiel

Drei ungleiche Schwestern – die Schwarze Plantagenarbeiterin Harriert, die Taube Madeline und Fanny, die in einem Bordell aufwuchs – erzählen von ihrem autoritären Adoptivvater. Der Blick des Vaters ist von Rassismus, Ableismus und strenger Sexualmoral geprägt; und so verlangt er von den Schwestern, die vermeintlichen Mängel, die er ihnen zuschreibt, abzulegen. Von den Umständen geeint verschmelzen die Schwestern nahezu; eigentlich wissen sie alles voneinander. Doch da ist etwas, das Harriet verheimlicht. Als die schreckliche Wahrheit ans Licht kommt, stellen die drei selbstermächtigend ganz neue Fragen: Welchen Mangel hat eigentlich der Vater, dass er solche Dinge tun kann? Und wie könnte man seinen Mangel entfernen?Erin Shields arbeitet in Zum Licht nicht nur mit gesprochener sowie gebärdeter Sprache, sondern auch mit Bewegungstheater und Vibration, um Taubes wie hörendes Publikum gleichermaßen zu erreichen. Unter der Geschichte von Schwesternschaft und Diskriminierung im 19. Jahrhundert liegt ständig auch etwas Unheimliches, das sich schließlich in mehrfacher Hinsicht als Horror offenbart.


Die Schneeschwester

Die Schneeschwester

Kinder

Bald ist Weihnachten und eigentlich liebt Julian Weihnachten, zumal er da auch Geburtstag hat. Doch dieses Jahr sind zu Hause alle komisch. Niemand schmückt das Haus, niemand singt die gewohnten Weihnachtslieder. Alles ist anders, weil seine ältere Schwester Juni gestorben ist und die Familie um sie trauert. Als Julian Hedvig kennenlernt, erlebt er endlich wieder ein Gefühl von Leichtigkeit. Sie ist witzig, neugierig und ein bisschen weltfremd – aber vor allem: auch ein riesiger Weihnachtsfan! Gemeinsam erleben sie eine schöne und besinnliche Adventszeit. Allerdings bekommt Julian das Gefühl, dass auch bei Hedvig zu Hause etwas nicht stimmt, und geht ihrem Geheimnis auf den Grund.Die norwegische Autorin Maja Lunde ist in Deutschland durch ihr Buch „Die Geschichte der Bienen“ bekannt geworden. Ihr All-Age-Roman „Die Schneeschwester“ wurde 2024 in Norwegen verfilmt (Regie: Cecilie A. Mosli). Eine berührende Geschichte über Freundschaft, die Liebe zwischen Geschwistern und die Trauer nach dem Tod eines jungen Familienmitglieds.


The Holy Bitch Project

The Holy Bitch Project

Schauspiel

Was wählen Sie? Die kaum zu ertragende Wahrheit oder die Fiktion einer heilen Welt? Die rote oder die blaue Pille? Die Zuschauer:innen von THE HOLY BITCH PROJECT entscheiden sich für die rote Pille – und stürzen damit tief in den Kaninchenbau, in dem sie unterschiedlichen Formen von Gewalt gegen Frauen begegnen. Und bei diesen Fällen handelt es sich um reale Geschichten: Der Text entstand im Rahmen einer Langzeitrecherche für eine Inszenierung unter der Regie der Autorin, er basiert auf Gesprächen mit betroffenen Frauen und Expert:innen. Im Laufe von THE HOLY BITCH PROJECT wird schnell offensichtlich, dass es sich nicht um Einzelfälle handelt, sondern um ein Porträt kultureller und gesellschaftlicher Strukturen, die Gewalt verharmlosen. Frauen werden abgewertet, objektifiziert und ohne Schutz gelassen. Das Motiv der roten und der blauen Pille entstammt dem Film „Matrix“ und wird durch die frauenfeindliche Incel-Bewegung und die Alt-Right-Bewegung zur Verbreitung misogyner Verschwörungserzählungen vereinnahmt. THE HOLY BITCH PROJECT entscheidet sich bewusst für dieselbe Metapher und überschreibt sie durch ein feministisches Gegennarrativ.


Omaopa find ich gut

Omaopa find ich gut

Kinder

Aus der Sicht des Kindes in diesem Buch von Katharina Grossmann-Hensel treten seine Großeltern praktischerweise in Personalunion auf: Omaopa lieben es, wenn das Kind sie besucht. Dann wird Verstecken gespielt. Oma ist dabei sehr kreativ aber erstaunlich schlecht. Opa ist ein miserabler Lügner. Im Suchen sind sie beide nicht gut, und auch bei allen anderen Spielen gewinnt immer das Kind. Komisch eigentlich, aber irgendwie auch sehr schön.OMAOPA FIND ICH GUT widmet sich in witzigen Bildern und kleinen Szenen der wichtigen und oft prägenden Beziehung eines Kindes zu seinen Großeltern. Das Kinderbuch ist bei Annette Betz in der Ueberreuter Verlag GmbH erschienen und darf von interessierten Theatern für die Bühne bearbeitet werden.


Nastia

Nastia

Schauspiel

Der deutsche Journalist Alexander soll eine geflüchtete Ukrainerin interviewen, doch sie hat eine Bedingung: Alexander soll ihr von seiner Verbindung zur Ukraine erzählen, davon, warum er das Recht hat, über das Land zu berichten. Und so erzählt Alexander, wie er sich während eines Urlaubs in Nastia verliebte. Wie er nach zwei Jahren zurückkehrte, sie aber schon in einer gewaltvollen Ehe gefangen und Mutter geworden war. Wie er versuchte, Nastia nach Deutschland zu holen, aber die Bürokratie den Studenten daran hinderte. Wie die Beziehung eine Weile nur aus Telefonaten mit schlechter Verbindung bestand, bis schließlich auch diese aufhörten. Doch die Geflüchtete weiß das alles bereits, denn sie ist Nastias Tochter. Im Zentrum von NASTIA steht eine gescheiterte Liebe über Grenzen und Sprachen hinweg. Kateryna Penkova schafft einen zweisprachigen Text mit Tiefgang, dessen Dialoge vom Verstehen und Nicht-Verstehen leben. Außerdem stellt es die eine Frage, die das Stück dem nachlassenden Interesse am Krieg in der Ukraine entgegenstellt: Wie viel von uns selbst sind wir bereit zu geben, um jemand anderen zu retten?


Wer früher stirbt ist länger tot

Wer früher stirbt ist länger tot

Schauspiel Komödie Freilicht

Als der elfjährige Sebastian erfährt, dass seine Mutter bei seiner Geburt gestorben ist, entwickelt er tiefe Schuldgefühle und eine panische Angst vor dem Jenseits. Er glaubt, dem Tod nur entkommen zu können, wenn er unsterblich wird. So beginnt er seine irdischen „Sünden“ fleißig abzuarbeiten und begibt sich – auf ein „himmlisches“ Zeichen seiner Mutter hin – parallel auf die turbulente Suche nach einer neuen Frau für seinen Vater. Auf charmante Weise verhandeln Marcus H. Rosenmüller und Christian Lerch die Themen Kindheit, Trauer, Familie und den Umgang mit Verlust. Mit viel Herz und bayrischem Charme zeigen sie, wie wichtig es ist, Abschied zu nehmen – und dass das Leben trotz aller Traurigkeit weitergeht. Eine Geschichte über die Kraft der Erinnerung und die Liebe, die über den Tod hinausgeht. Die Autoren selbst haben nun auf Basis ihres Drehbuchs eine leichtfüßige und originalgetreue Bühnenfassung ihres Kinohits entwickelt.


Rusalka, Meerjungfrau

Rusalka, Meerjungfrau

Kinder

Für ihre Liebe ist Rusalka bereit, vieles aufzugeben. Die Hexe kann den Fischschwanz zwar in Füße verwandeln, aber die Sprache des Prinzen wird Rusalka nie sprechen können. Ist ihr Liebestraum damit zerplatzt? Andersens Märchen wird mit Tänzer:innen, Sänger:innen, einem Schauspieler und der Musik Antonín Dvořáks erzählt.


Ritter Eisenfraß

Ritter Eisenfraß

Kinder

Wie schön wäre es, gemeinsam mit dem Nachbarn, dem ehrenwerten Sigmund Sigismund derer von Schlagetot, vor dem Kamin zu sitzen und ein wenig zu plaudern - denkt sich der Ritter Egbert Reckenwerth von und zu Eisenfraß. Doch daraus wird wohl nichts, denn seine Familie liegt mit den Schlagetots seit hunderten von Jahren im Streit. Daran wird Eisenfraß immer wieder von seinem Knappen Karl erinnert, der unbedingt seine so eben fertiggestellte Grusel-Graus-und-Schreckmaschine an den verfeindeten Schlagetots ausprobieren will. Um den etwas eingeschlafenen Nachbarschaftszwist ein wenig anzuheizen, hat Karl klammheimlich Schlagetots Tochter Schwertleite entführt und in den Kerker gesperrt - sehr zum Unwillen des Hausherrn, der darin einen unverzeihlichen Verstoß gegen die Ritterlichkeit sieht. Jacques, der Neffe von Ritter Eisenfraß, ist dagegen entzückt und verliebt sich sofort in das resolute Burgfräulein - wenn es auch nicht ganz seinen ritterromantischen Vorstellungen entspricht. Als nun Schlagetot plangemäß in die Burg stürmt und Ritter Eisenfraß wegen der Entführung seiner Tochter zum Duell herausfordert, setzen die beiden jungen Leute alles daran, ein blutiges Ende des Streites zu verhindern. Doch sie haben weder mit der Starrköpfigkeit der alten Herren gerechnet, die sich in ihrer altertümlichen Auffassung von Ritterlichkeit ziemlich einig sind, noch mit der Unberechenbarkeit der Grusel- Graus-und-Schreck-Maschine. Zum Glück gibt es ja noch Gregor, das Burggespenst, das rechtzeitig zum Duell aus dem Verlies kommt.