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Irrwitziger Monolog von und über Schauspieler: Armin Petras' MÜNCHHAUSEN

Jean Genets 1957 veröffentlichtes Prosagedicht DER SEILTÄNZER entwirft ein einsames Bild vom Künstler in der Gesellschaft. Gefallsucht und Egoismus darf den Artisten nicht von seiner Funktion auf der Bühne ablenken. Dort muss er seine gesamte Existenz bündeln, abgeschottet von der Außenwelt. Genets Werk orientiert sich auch an Nietzsches „Zarathustra“, in dem die gefährliche Lage des Künstlers und seine daraus resultierende Isolation kühne Höchstleistungen erlauben.

Ein Schauspieler steht auf der Bühne. Allein. Und wartet auf den Kollegen, der schon längst da sein sollte. Gleich einer Improvisation entwickelt sich ein Monolog in manchmal schnoddriger, manchmal beißend-ironischer aber immer erfrischend-temporeicher Manier. Was soll ein Schauspieler, was kann ein Schauspieler und was muss ein Schauspieler leisten? Welche Rolle spielt dabei das Publikum und wie beeinflussen Regisseur und andere hinter der Bühne Wirkende die Arbeit des Akteurs auf den Brettern, die die Welt bedeuten? Der Schauspieler nimmt kein Blatt vor den Mund, plappert einfach vorlaut drauf los. Auch das Publikum wird involviert, philosophische Exkurse werden gewagt und unverhohlen wird aus dem Nähkästchen mit Theaterinterna geplaudert. Wo wohl der französische Kollege mit seinem Münchhausen-Kostüm bleibt?

Armin Petras hat mit seinem Werk, das er an Gedanken und Werke von Nietzsche und Genet angelehnt hat, eine Studie über den Schauspieler als Künstler und Menschen geschaffen. Innerhalb der beinah minimalistischen Textfläche des Monologs tun sich einerseits wahre Abgründe des Künstler-Daseins auf. Andererseits klingt ein hintergründiger und fein durchdachter Humor durch, der das Publikum doch immer wieder versöhnend auf die Seite des Akteurs zieht. Ein intelligentes Stück, das für einen Solo-Darsteller und eine stumme Statistenrolle ausgelegt ist.

UA Ruhrfestspiele Recklinghausen/Deutsches Theater Berlin 30.05.2015

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Titel Irrwitziger Monolog von und über Schauspieler: Armin Petras' MÜNCHHAUSEN
URL part irrwitziger-monolog-von-und-ueber-schauspieler-armin-petras-muenchhausen
Einleitung Jean Genets 1957 veröffentlichtes Prosagedicht DER SEILTÄNZER entwirft ein einsames Bild vom Künstler in der Gesellschaft. Gefallsucht und Egoismus darf den Artisten nicht von seiner Funktion auf der Bühne ablenken. Dort muss er seine gesamte Existenz bündeln, abgeschottet von der Außenwelt. Genets Werk orientiert sich auch an Nietzsches „Zarathustra“, in dem die gefährliche Lage des Künstlers und seine daraus resultierende Isolation kühne Höchstleistungen erlauben.
Hauptteil Ein Schauspieler steht auf der Bühne. Allein. Und wartet auf den Kollegen, der schon längst da sein sollte. Gleich einer Improvisation entwickelt sich ein Monolog in manchmal schnoddriger, manchmal beißend-ironischer aber immer erfrischend-temporeicher Manier. Was soll ein Schauspieler, was kann ein Schauspieler und was muss ein Schauspieler leisten? Welche Rolle spielt dabei das Publikum und wie beeinflussen Regisseur und andere hinter der Bühne Wirkende die Arbeit des Akteurs auf den Brettern, die die Welt bedeuten? Der Schauspieler nimmt kein Blatt vor den Mund, plappert einfach vorlaut drauf los. Auch das Publikum wird involviert, philosophische Exkurse werden gewagt und unverhohlen wird aus dem Nähkästchen mit Theaterinterna geplaudert. Wo wohl der französische Kollege mit seinem Münchhausen-Kostüm bleibt? Armin Petras hat mit seinem Werk, das er an Gedanken und Werke von Nietzsche und Genet angelehnt hat, eine Studie über den Schauspieler als Künstler und Menschen geschaffen. Innerhalb der beinah minimalistischen Textfläche des Monologs tun sich einerseits wahre Abgründe des Künstler-Daseins auf. Andererseits klingt ein hintergründiger und fein durchdachter Humor durch, der das Publikum doch immer wieder versöhnend auf die Seite des Akteurs zieht. Ein intelligentes Stück, das für einen Solo-Darsteller und eine stumme Statistenrolle ausgelegt ist.
Bild fileadmin/3m_media/autoren/Petras_2014_cStoessSchellhornWalter_220x170.jpg
Bildunterschrift Armin Petras, © Stoess Schellhorn Walter
Infofeld Ueberschrift
Infofeld Text UA Ruhrfestspiele Recklinghausen/Deutsches Theater Berlin 30.05.2015
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Fotos Copyright
Kritiken - Texte &quot;Das macht mächtig Spaß. Dieses schnelle Spiel mit der Sprache, mit der (Selbst)Wahrnehmung, mit den Bezugsebenen. Armin Petras hat mit &quot;Münchhausen&quot; einen Monolog geschrieben, der auf knapp über 30 Seiten theatertheoretische und lebensphilosophische Themen kurzschließt (&quot;schön ist wenn man sone figur gefunden hat und dann nicht mehr weiß woher die eigentlich gekommen ist&quot;, &quot;das leben ist ja eh so ne art krisenüberprüfungsanordnung&quot;). Einen Monolog, der in einem Satz vom Künstlerpech leerer Zuschauerreihen und von der verlogenen Vierten Wand erzählt. Und der für das Theater folgende Beschreibung vorschlägt: &quot;da ist die begegnung zwischen dir und dem material und wieder dir und dann gibt's da noch nen kollegen&quot;. So funktioniert das Spiel aus der Sicht des Spielers. Für seine Fragmente aus dem abgründigen Leben einer Künstlerexistenz bedient sich Petras bei Genets &quot;Der Seiltänzer&quot; und Nietzsches Seiltänzer-Parabel aus dem Zarathustra. Aber in Jan Bosses Uraufführung bei den Ruhrfestspielen spielen die Gedankengeber offenkundig bloß noch als Textlieferanten eine Rolle. Milan Peschel trägt ein Reclamheft in der Jackentasche, um mehr oder weniger zusammenhanglos aus dem Zarathustra zu zitieren (&quot;ist ja auch ne dienstleistung ne form von einem transport von so texten / von so figurengedingse&quot;).&quot; (<a data-htmlarea-external="1" title="Opens external link in new window" class="external-link-new-window" target="_blank" href="http://nachtkritik.de/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=11044:muenchhausen-jan-bosse-armin-petras-ruhrfestspiel&amp;catid=38&amp;Itemid=40">Sarah Heppekausen, nachtkritik</a>)
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Relation zum Titel münchhausen
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Subtitel (nach nietzsche/genet/peschel)
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Ergaenzung eine stumme Statistenrolle
Anmerkungen UA Ruhrfestspiele Recklinghausen/ Theater Marl 30.05.2015 und Deutsches Theater Berlin 17.09.2015
Einleitung <p>Ein Schauspieler steht auf der Bühne. Allein. Und wartet auf den Kollegen, der schon längst da sein sollte. Gleich einer Improvisation entwickelt sich ein Monolog in manchmal schnoddriger, manchmal beißend-ironischer aber immer erfrischend-temporeicher Manier. Was soll ein Schauspieler, was kann ein Schauspieler und was muss ein Schauspieler leisten? Welche Rolle spielt dabei das Publikum und wie beeinflussen Regisseur und andere hinter der Bühne Wirkende die Arbeit des Akteurs auf den Brettern, die die Welt bedeuten? Der Schauspieler nimmt kein Blatt vor den Mund und plappert einfach vorlaut drauf los. Auch das Publikum wird involviert, philosophische Exkurse werden gewagt und unverhohlen wird aus dem Nähkästchen mit Theaterinterna geplaudert. Wo wohl der französische Kollege mit seinem Münchhausen-Kostüm bleibt?</p><p></p>
Haupttext <p>Armin Petras hat mit seinem Werk, das er an Gedanken und Werke von Nietzsche und Genet angelehnt hat, eine Studie über den Schauspieler als Künstler und Menschen geschaffen. Innerhalb der beinah minimalistischen Textfläche des Monologs tun sich einerseits wahre Abgründe des Künstler-Daseins auf. Andererseits klingt ein hintergründiger und fein durchdachter Humor durch, der das Publikum doch immer wieder versöhnend auf die Seite des Akteurs zieht. Ein intelligentes und unterhaltsames Stück, das für einen Solo-Darsteller und eine stumme Statistenrolle ausgelegt ist.</p><p></p>
Bild fileadmin/3m_media/auffuehrungsfotos/Petras_Muenchhausen_c_Arno_Declair_quadr.jpg
Bildunterschrift © Arno Declair
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Kritiken - Texte <p>&quot;MÜNCHHAUSEN - ein großer, intelligenter Theaterspaß&quot; <i>(Recklinghauser Zeitung)</i></p><p><br />&quot;Das macht mächtig Spaß. Dieses schnelle Spiel mit der Sprache, mit der (Selbst)Wahrnehmkung, mit den Bezugsebenen. Armin Petras hat mit MÜNCHHAUSEN einen Monolog geschrieben, der auf knapp 30 Seiten theatertheoretische und lebensphilosophische Themen kurzschließt [...]. Peschel zelebriert die Eitelkeit der Rampensau. Und die Unsicherheit eines Darstellers, der in eben dieser Eitelkeit verletzt wird. Es ist eine Freude, ihm dabei zuzuschauen.&quot; <i>(nachtkritik)</i></p><p><br /> &quot;Zur Komik in Petras' Text wispert immer auch die zweite reflektorische Ebene mit: Was machen wir am Theater? Für wen machen wir es? Wie fühlt sich ein Mime, der ständig in Rollen schlüpft?&quot;<i> (Ruhrnachrichten)</i></p>
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Alphabetischer Titel münchhausen
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---- AUTHOR ----
Nachname Petras
Vorname Armin
Pseudonym
URL part armin-petras
Biografie <p>Geboren 1964 in Meschede, 1969 übersiedelte er mit seinen Eltern in die DDR. Von 1985-1987 absolvierte er ein Regie-Studium an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" in Berlin. 1988 reiste Petras in die BRD aus.<br /> Er inszenierte an vielen deutschen und europäischen Theatern. Darüber hinaus begab er sich schon früh in Leitungspositionen. Er war Hausregisseur in Frankfurt/Oder und Chemnitz (wo er u.a. mit Rio Reiser arbeitete), Oberspielleiter in Nordhausen, Schauspieldirektor am Staatstheater Kassel, fester Regisseur am Frankfurter Schauspielhaus. Von 2006 - 2013 war er Intendant am Maxim-Gorki-Theater Berlin und von 2013 - 2018 Schauspielintendant am Staatsschauspiel Stuttgart. Seit 2013 ist Armin Petras Mitglied der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste.<br /> <br /> Die frühen Theaterstücke (1995-2002) von Fritz Kater und sämtliche Theaterstücke und Bearbeitungen des Autors Armin Petras werden im DREI MASKEN VERLAG verlegt.</p>
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Preise und Auszeichnungen