Zum Hauptinhalt springen

Iwanow


Anton Tschechow

Aus dem Russischen neu übersetzt von Alexander Nitzberg

Übersetzung durch Alexander Nitzberg


4 D | 6 H

Im Gegensatz zu „Platonow“, „Die Möwe“, „Onkel Wanja“ und vor allem „Drei Schwestern“ gehört „Iwanow“ zu den eher selten gespielten Tschechow-Stücken hierzulande. 1887 in Saratow uraufgeführt, steht in seinem Mittelpunkt die Figur des „überflüssigen Menschen“, ein gängiger Topos in der russischen Literatur.
Der 30-jährige Nikolaj Alexejewitsch Iwanow, dessen „Seele aus Furcht vor dem morgigen Tag zittert“, ist seit fünf Jahren mit Anna Petrowna verheiratet, einer Jüdin, die seinetwegen zur „rechtgläubigen Kirche“ übertrat und deswegen von ihren Eltern verflucht und enterbt wurde. Iwanow verbringt die Abende schon längst nicht mehr an der Seite seiner an Tuberkulose erkrankten Gattin und des im Haus lebenden Onkels Graf Schabelski, sondern in Gesellschaft seines Gläubigers, des reichen Gutsbesitzers Lebedjew, und dessen Tochter Sascha. Das trotz der kleinkrämerisch-geizigen Mutter Sinaida Sawischna frei und ungezwungen aufgewachsene Mädchen erkennt, dass Iwanow ein zutiefst unglücklicher Mann ist, der sich nach gesellschaftlicher Anerkennung wie nach menschlicher Wärme sehnt: Im Landkreis hält man ihn für einen Betrüger, und seine Frau, darin vom Landarzt Lwow, ihrem heimlichen Verehrer, bestärkt, wirft ihm vor, ein schamloser Mitgiftjäger zu sein…... „Iwanow“, Anton Tschechows erstes Schauspiel, ist Komödie und Tragödie zugleich.

Alexander Nitzbergs neue Tschechow-Übersetzungen setzen sich allmählich im deutschsprachigen Theater durch. Den Anstoß gab 2002 die Dramaturgie des Hamburger Schauspielhauses, die für den Regisseur Jan Bosse neue und fundierte Übersetzungen der Werke Tschechows suchte und in Auftrag gab. Amélie Niermeyer spielte in Freiburg zum ersten Mal die Drei Schwestern in Nitzbergs Übersetzung nach, die im Düsseldorfer Schauspielhaus im Repertoire 2006/07 neu inszeniert wurde. Die Möwe wird im Ernst-Deutsch-Theater in der Inszenierung von Tina Engel zu Beginn der Spielzeit 2007/08 gezeigt. Die Erstaufführung der vorliegenden Iwanow-Übersetzung fand im Januar 2008 am Düsseldorfer Schauspielhaus statt.

Nitzberg, selbst Lyriker und Rezitator, gehört zu den gegenwärtigen renommierten Übersetzern der russischen Literatur, er wurde vor allem durch seine Lyrikübersetzungen von Werken der Dichterin Achmatowa (Suhrkamp) und der Werke Majakowskis bekannt.

„Meine Übertragungen arbeiten vor allem mit Gestus und Klang. Sie beruhen auf der Erkenntnis, dass die tschechowschen Dramen idiomatischer Natur sind, so dass ihr eigentlicher Sinn hinter der Sprache liegt. Diese Feinstrukturen möchte ich in theatralische Dynamik umsetzen. Weder eine als »philologische Korrektheit« getarnte Wortwörtlichkeit noch eine gewaltsame »Modernisierung« vermag das. Erstere nimmt den Werken ihre Unmittelbarkeit, letztere die Subtilität.“
Alexander Nitzberg, Februar 2006

EA Schauspielhaus Düsseldorf, 23.02.2008, R.: Amélie Niermeyer

Zurück




---- DB CHECK ---- ---- ---- ---- ---- ----
Relation zum Titel Iwanow
URL part iwanow-1
Subtitel
Originaltitel
Coautoren
Uebersetzung Aus dem Russischen neu übersetzt von Alexander Nitzberg
Bearbeiter
Komponist
Genre
Subverlaginfo
Damen 4
Herren 6
Ergaenzung
Anmerkungen EA Schauspielhaus Düsseldorf, 23.02.2008, R.: Amélie Niermeyer
Einleitung Im Gegensatz zu „Platonow“, „Die Möwe“, „Onkel Wanja“ und vor allem „Drei Schwestern“ gehört „Iwanow“ zu den eher selten gespielten Tschechow-Stücken hierzulande. 1887 in Saratow uraufgeführt, steht in seinem Mittelpunkt die Figur des „überflüssigen Menschen“, ein gängiger Topos in der russischen Literatur.<br />Der 30-jährige Nikolaj Alexejewitsch Iwanow, dessen „Seele aus Furcht vor dem morgigen Tag zittert“, ist seit fünf Jahren mit Anna Petrowna verheiratet, einer Jüdin, die seinetwegen zur „rechtgläubigen Kirche“ übertrat und deswegen von ihren Eltern verflucht und enterbt wurde. Iwanow verbringt die Abende schon längst nicht mehr an der Seite seiner an Tuberkulose erkrankten Gattin und des im Haus lebenden Onkels Graf Schabelski, sondern in Gesellschaft seines Gläubigers, des reichen Gutsbesitzers Lebedjew, und dessen Tochter Sascha. Das trotz der kleinkrämerisch-geizigen Mutter Sinaida Sawischna frei und ungezwungen aufgewachsene Mädchen erkennt, dass Iwanow ein zutiefst unglücklicher Mann ist, der sich nach gesellschaftlicher Anerkennung wie nach menschlicher Wärme sehnt: Im Landkreis hält man ihn für einen Betrüger, und seine Frau, darin vom Landarzt Lwow, ihrem heimlichen Verehrer, bestärkt, wirft ihm vor, ein schamloser Mitgiftjäger zu sein…... „Iwanow“, Anton Tschechows erstes Schauspiel, ist Komödie und Tragödie zugleich.
Haupttext Alexander Nitzbergs neue Tschechow-Übersetzungen setzen sich allmählich im deutschsprachigen Theater durch. Den Anstoß gab 2002 die Dramaturgie des Hamburger Schauspielhauses, die für den Regisseur Jan Bosse neue und fundierte Übersetzungen der Werke Tschechows suchte und in Auftrag gab. Amélie Niermeyer spielte in Freiburg zum ersten Mal die Drei Schwestern in Nitzbergs Übersetzung nach, die im Düsseldorfer Schauspielhaus im Repertoire 2006/07 neu inszeniert wurde. Die Möwe wird im Ernst-Deutsch-Theater in der Inszenierung von Tina Engel zu Beginn der Spielzeit 2007/08 gezeigt. Die Erstaufführung der vorliegenden Iwanow-Übersetzung fand im Januar 2008 am Düsseldorfer Schauspielhaus statt.<br /><br />Nitzberg, selbst Lyriker und Rezitator, gehört zu den gegenwärtigen renommierten Übersetzern der russischen Literatur, er wurde vor allem durch seine Lyrikübersetzungen von Werken der Dichterin Achmatowa (Suhrkamp) und der Werke Majakowskis bekannt.<br /><br />„Meine Übertragungen arbeiten vor allem mit Gestus und Klang. Sie beruhen auf der Erkenntnis, dass die tschechowschen Dramen idiomatischer Natur sind, so dass ihr eigentlicher Sinn hinter der Sprache liegt. Diese Feinstrukturen möchte ich in theatralische Dynamik umsetzen. Weder eine als »philologische Korrektheit« getarnte Wortwörtlichkeit noch eine gewaltsame »Modernisierung« vermag das. Erstere nimmt den Werken ihre Unmittelbarkeit, letztere die Subtilität.“<br />Alexander Nitzberg, Februar 2006
Bild
Bildunterschrift
Fotos
Fotos Copyright
Kritiken - Texte
Kritiken - Dateien
PDF zum Bestellen
Alphabetischer Titel Iwanow
Mailorder 0
PDF Leseprobe TschechowNitzberg_IWANOW_Leseprobe.pdf