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Amphitryon

Komödie in drei Akten


Peter Hacks


1 D | 4 H

Der Stoff ist alt, bekannt und oft bearbeitet: Gott Jupiter gibt sich die Gestalt des thebanischen Feldherren Amphitryon und schläft mit dessen Frau Alkmene, während der echte Amphitryon sich auf einem Feldzug befindet.

"Es ist bekannt, dass der Amphitryon-Stoff schon von vier erstklassigen Dramatikern behandelt wurde. Das ist der Grund, warum ich ihn wieder behandle. Wären sie weniger erstklassig, wäre kein Anlass ihre Ergebnisse zu übernehmen.

Plautus hat den kraftvollsten Amphitryon geschrieben, Molière den geschicktesten, Dryden den frechst und sinnlichsten, Kleist den tiefsten, jeder ist in seiner Weise unübertrefflich, aber der Versuch lohnt, ob nicht diese Vorzüge in einem Stück sich vereinigen lassen.

Kern des Stoffes ist die Frage, was geschieht, wenn ein Gott sich in die Handlungen der menschlichen Gesellschaft einmischt. Man kann den Gott albern nehmen und ihn als komischen Ausbeuter verspotten; das haben Molière und Dryden getan. Man kann ihn aber auch - so Plautus und Kleist, so ich - wichtig nehmen. Dann bedeutet Jupiter die Zusammenfassung und Verkörperung aller menschlichen Vermögen; dann erscheint er als der vollkommene Mensch unter den wirklichen Leuten wie Tarzan unter den Affen. Dann stört und fördert er die Welt, so wie menschliche Vollkommenheit allzeit die Welt stört und fördert.

Die Lage ist komisch und ernst zugleich .... "

Peter Hacks

UA Deutsches Theater Göttingen, 17. Februar 1968

Weitere Aufführungen: Berlin (Freie Volksbühne), Franklfurt, Luzern, Bonn, Aachen,Essen, Graz, Braunschweig, Berlin (Tribühne), Marburg, Heidelberg, Köln, Augsburg, Reutlingen, Hamburg (Thalia), Bochum, Memmingen, Bremerhaven, Bad Hersfeld, Celle, Nürnberg, Düsseldorf (Kammerspiele), Tübingen, Linz, Hannover, Wien (Burgtheater), Innsbruck, New York, Zürich, Bielefeld, Neuss, Heilbronn, Cuxhaven; Münster, New Orleans, Bruchsal, Kaiserslautern, Lübeck, Koblenz, Wilhelmshaven, Rendsburg, Eisenstadt, Freiburg, Wiesbaden, Orebro/Schweden, Giessen, Bamburg, Baden-Baden, Dinslaken, Paderborn, Würzburg, Hildesheim, Zürich, Stuttgarrt, Saarbücken, Neuwied, Salzburg, Coburg, Wuppertal, Reutlingen, Bern, Hamburg, Bad Godesberg, Mainz (ZDF), Heidelberg, München, Wien (ORF), Esslingen, Remscheid, Chur, Stuttgart, Antwerpen, Bonn, St. Pölten, Köln, Chemnitz, Hamburg, Wunsiedel, Anklam, Kiew, Trier,

zuletzt: Hessisches Staatstheater Wiesbaden, 2013/14

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Relation zum Titel Amphitryon
URL part amphitryon
Subtitel Komödie in drei Akten
Originaltitel
Coautoren
Uebersetzung
Bearbeiter
Komponist
Genre
Subverlaginfo
Damen 1
Herren 4
Ergaenzung
Anmerkungen UA Deutsches Theater Göttingen, 17. Februar 1968 Weitere Aufführungen: Berlin (Freie Volksbühne), Franklfurt, Luzern, Bonn, Aachen,Essen, Graz, Braunschweig, Berlin (Tribühne), Marburg, Heidelberg, Köln, Augsburg, Reutlingen, Hamburg (Thalia), Bochum, Memmingen, Bremerhaven, Bad Hersfeld, Celle, Nürnberg, Düsseldorf (Kammerspiele), Tübingen, Linz, Hannover, Wien (Burgtheater), Innsbruck, New York, Zürich, Bielefeld, Neuss, Heilbronn, Cuxhaven; Münster, New Orleans, Bruchsal, Kaiserslautern, Lübeck, Koblenz, Wilhelmshaven, Rendsburg, Eisenstadt, Freiburg, Wiesbaden, Orebro/Schweden, Giessen, Bamburg, Baden-Baden, Dinslaken, Paderborn, Würzburg, Hildesheim, Zürich, Stuttgarrt, Saarbücken, Neuwied, Salzburg, Coburg, Wuppertal, Reutlingen, Bern, Hamburg, Bad Godesberg, Mainz (ZDF), Heidelberg, München, Wien (ORF), Esslingen, Remscheid, Chur, Stuttgart, Antwerpen, Bonn, St. Pölten, Köln, Chemnitz, Hamburg, Wunsiedel, Anklam, Kiew, Trier, zuletzt: Hessisches Staatstheater Wiesbaden, 2013/14
Einleitung <p>Der Stoff ist alt, bekannt und oft bearbeitet: Gott Jupiter gibt sich die Gestalt des thebanischen Feldherren Amphitryon und schläft mit dessen Frau Alkmene, während der echte Amphitryon sich auf einem Feldzug befindet.</p><p>&quot;Es ist bekannt, dass der Amphitryon-Stoff schon von vier erstklassigen Dramatikern behandelt wurde. Das ist der Grund, warum ich ihn wieder behandle. Wären sie weniger erstklassig, wäre kein Anlass ihre Ergebnisse zu übernehmen.</p><p>Plautus hat den kraftvollsten Amphitryon geschrieben, Molière den geschicktesten, Dryden den frechst und sinnlichsten, Kleist den tiefsten, jeder ist in seiner Weise unübertrefflich, aber der Versuch lohnt, ob nicht diese Vorzüge in einem Stück sich vereinigen lassen.</p><p>Kern des Stoffes ist die Frage, was geschieht, wenn ein Gott sich in die Handlungen der menschlichen Gesellschaft einmischt. Man kann den Gott albern nehmen und ihn als komischen Ausbeuter verspotten; das haben Molière und Dryden getan. Man kann ihn aber auch - so Plautus und Kleist, so ich - wichtig nehmen. Dann bedeutet Jupiter die Zusammenfassung und Verkörperung aller menschlichen Vermögen; dann erscheint er als der vollkommene Mensch unter den wirklichen Leuten wie Tarzan unter den Affen. Dann stört und fördert er die Welt, so wie menschliche Vollkommenheit allzeit die Welt stört und fördert.</p><p>Die Lage ist komisch und ernst zugleich .... &quot;</p><p>Peter Hacks</p><p></p><p></p>
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Kritiken - Texte <p>Kritiken zur Uraufführung:</p><p>Abendzeitung München (1968): &quot;Hacks' AMPHITRYON-Bearbeitung ist weder nur Spaß noch gar religiöse Metapher. Sie nutzt den Mythos für komödiantische Lehrzwecke, schöpft der Fabel auch philosophischen Witz ab. Erotischer Materialismus erhält, richtig praktiziert, göttlichen Glanz. [...] Aus kunstvoller Stilisierung und naiver Direktheit ergab sich eine Mischung von höchst formalem Reiz. Das Stück wird auf vielen Bühnen zu sehen sein.&quot;</p><p>Frankfurter Rundschau (1968): &quot;Peter Hacks, geübt im Umfunktionieren überlieferter Stoffe, gibt dem göttlichen Ehebruch sehr menschlichen Sinn: Alkmenes Seitensprünge mit Jupiter, der in der Gestant Amphytrions alle erotischen Vorzüge eines Liebhabers mitbringt, haben Funktion. Göttliche Lust erteilt irdische Lektionen. Denn Hacks nimmt mit seinem privaten Thema weltanschaulich Maß. Marxistische Dialektik, angewandt auf Basis und Überbau des Phänomens Liebe. Das ist auf höchst vergnügliche Art gelungen.&quot;</p><p>Abendzeitung München (1969): &quot;Peter Hacks ist der Bonvivant unter den marxistischen Autoren. Ein gewiegter, gewitzter Theatermann, der nicht nur die Triumphstraßen und Sackgassen seiner Ideologie bestreicht, sondern auch auf dem politischen Boulevard prominiert und sich dort äußerst wohl fühlt. Er weiß, daß, soviel auch manipuliert, funktioniert und doktriniert wird, Unterhaltung, Spannung, geistiges Risiko die Essenz eines Theaterabends sind.&quot; Hamburger Abendblatt (1969): &quot; Diese Variation über ein uraltes Thema, die in der Huldigung an die Macht der Götter gipfelt, kann sich sehen lassen. Sobald man sich in Hacks' in Blankversen verschachtelte, mit Philosophie, aber auch mit Poesie und Spitzfindigkeit befrachtete Sprache hineingehört hat, wird sein Hintersinn hinter den Pointen sichtbar, und die Komödie fängt an zu funkeln.&quot;</p>
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Alphabetischer Titel Amphitryon
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