Der schwierige Raum

Von Corinna Antelmann

Ein Hörstück für Zoom oder Bühne
2 D
2 H

Angesichts der gegenwärtigen Krisen haben Utopien Konjunktur. Wo wollen wir hin? Was soll bleiben? Was sich ändern? Kurz: Wie können Utopien heute aussehen?
Die junge Agape glaubt noch immer an das Gute im Menschen. Zumindest das Kind in ihr. Doch langsam zehrt der Versuch, diesen Glauben gegen die Lebenswirklichkeit und das Umfeld zu behaupten, an ihren Kräften. Auf der Suche nach einer Zukunft, die nicht länger geprägt ist von Entfremdung, drohender Klimakatastrophe, desolatem Bildungssystem, Rassismus …, startet Agape den Aufruf, eine „bessere Welt“ zu bauen: alles ist möglich, alles erlaubt (was die Sache nicht einfacher macht). Der weiße, unbefleckte Raum, der sich vor ihr auftut, scheint eine letzte Chance, zu realisieren, was ihrem Herzen vorschwebt. Schon bald jedoch entpuppt sich der Versuch, gemeinsam mit anderen die ideale Gesellschaft zu formen als schwierig. Denn allzu schnell wird aus gutgemeinten Vorschlägen ein starres Regelwerk. Das Wertesystem bleibt im Bekannten verstrickt und schnürt die Einzelnen in ein Korsett.
Am Ende schwebt die Frage im Raum: Wie flexibel kann Gesellschaft gedacht werden? Und was ist eigentlich mit der Demokratie?