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Die Geier-Wally (Die Geierwally)

Bühnenfassung von Rebecca Lang und Johanna Wehner nach dem gleichnamigen Roman von Wilhelmine von Hillern


Wilhelmine von Hillern, Rebecca Lang

Rebecca Lang, Johanna Wehner


2 D | 2 H

Wilhelmine von Hillerns Roman aus dem Jahr 1875 über die furchtlose und scheinbar unbezwingbare Frau aus den Bergen, die Adlerjungen aus dem Nest stiehlt, um das Vieh ihrer Eltern zu schützen, beruht lose auf der Geschichte der Bauerntochter Anna Knittel. Die Dramaturgin Rebecca Lang und die Regisseurin Johanna Wehner, die auch selbst inszenierte, brachten das Stück am 22.10.2013 in der Box des Schauspiels Frankfurt zur Premiere.

Als Halbwaise von ihrem Vater zu einer harten jungen Frau erzogen, hält sich die Jungbäuerin Walburga Stromminger einen von ihr gezähmten Lämmergeier als Haustier und wird deshalb im Dorf nur „die Geier-Wally“ genannt. Als sie sich in den jungen und stattlichen „Bären-Joseph“ Hagenbach verliebt, ist dies für ihren Vater ein weiterer Grund, Wallys Heirat mit dem düsteren und verschlossenen Vinzenz Gellner voranzutreiben. Doch Wally weigert sich und wird, mit ihrem Geier Hansl als einziger Gesellschaft, den Sommer über auf das Hochjoch verbannt.

Im Herbst findet Wally Vinzenz Gellner als Tyrann auf dem Hof des erkrankten Vaters vor. Sie erträgt alle Demütigungen, schlägt Vinzenz jedoch nieder, als er den Knecht misshandelt. Um einer Einkerkerung im Keller des Hofs zu entkommen, steckt sie den Heuschober in Brand und flieht in den Nachbarort, wo sie sich als Tagelöhnerin durchschlägt.

Durch den Einsatz des Pfarrers darf Wally im nächsten Sommer wieder auf dem Hochjoch arbeiten. Dort bittet Joseph Hagenbach sie um eine Stärkung, als er eine junge Frau, die er aus Bergnot gerettet hat, ins Tal bringt. Das Gerede um Wallys angebliche Wildheit sieht er bestätigt, als der Geier Hansl ihn unvermittelt angreift. Wally kann Joseph nur schwer davon abhalten, Hansl zu erschießen – der junge Mann lässt sie verständnislos auf dem Hochjoch zurück.

Nach einem weiteren Winter als Magd und dem dritten Sommer auf dem Hochjoch kehrt die verhärmte und verschlossene Wally als Alleinerbin auf den Hof des Vaters zurück. Dem Werben der Männer will sie nicht nachgeben, sie will nur den heiraten, der ihr einen Kuss abringt. Über Josephs angebliche Beziehung mit der Magd Afra lästert sie so ausgiebig, dass sich dieser rächt, indem er sie vor der Fronleichnamsgemeinde bloßstellt.

Aus falsch verstandener Rache schießt Vinzenz Joseph an. Dieser überlebt jedoch und macht Wally mit den wahren Gegebenheiten bekannt: Afra ist seine Halbschwester und er erwidert Wallys Liebe. Beide übernehmen den Hof und leben noch einige glückliche Jahre zusammen – ein Happy End, das den Protagonisten in Rebecca Langs und Johanna Wehners Fassung nicht vergönnt ist: „„Wehner und ihre Dramaturgin […], die den Stoff für die Bühne eingerichtet haben, nehmen ihn […] ernster als die Verfasserin selbst, die der Geierwally und ihrem Bärenjoseph nach Hass und Verachtung, Demütigung und Eifersucht ein glückliches Ende gönnt […] In der ‚Box’ kriegen sie sich nicht“. (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.10.2013)

UA Schauspiel Frankfurt, 22.10.2013

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Relation zum Titel Die Geier-Wally (Die Geierwally)
URL part die-geier-wally-die-geierwally
Subtitel Bühnenfassung von Rebecca Lang und Johanna Wehner nach dem gleichnamigen Roman von Wilhelmine von Hillern
Originaltitel
Coautoren Rebecca Lang, Johanna Wehner
Uebersetzung
Bearbeiter
Komponist
Genre
Subverlaginfo
Damen 2
Herren 2
Ergaenzung
Anmerkungen UA Schauspiel Frankfurt, 22.10.2013
Einleitung Wilhelmine von Hillerns Roman aus dem Jahr 1875 über die furchtlose und scheinbar unbezwingbare Frau aus den Bergen, die Adlerjungen aus dem Nest stiehlt, um das Vieh ihrer Eltern zu schützen, beruht lose auf der Geschichte der Bauerntochter Anna Knittel. Die Dramaturgin Rebecca Lang und die Regisseurin Johanna Wehner, die auch selbst inszenierte, brachten das Stück am 22.10.2013 in der Box des Schauspiels Frankfurt zur Premiere.
Haupttext <p>Als Halbwaise von ihrem Vater zu einer harten jungen Frau erzogen, hält sich die Jungbäuerin Walburga Stromminger einen von ihr gezähmten Lämmergeier als Haustier und wird deshalb im Dorf nur „die Geier-Wally“ genannt. Als sie sich in den jungen und stattlichen „Bären-Joseph“ Hagenbach verliebt, ist dies für ihren Vater ein weiterer Grund, Wallys Heirat mit dem düsteren und verschlossenen Vinzenz Gellner voranzutreiben. Doch Wally weigert sich und wird, mit ihrem Geier Hansl als einziger Gesellschaft, den Sommer über auf das Hochjoch verbannt.</p><p>Im Herbst findet Wally Vinzenz Gellner als Tyrann auf dem Hof des erkrankten Vaters vor. Sie erträgt alle Demütigungen, schlägt Vinzenz jedoch nieder, als er den Knecht misshandelt. Um einer Einkerkerung im Keller des Hofs zu entkommen, steckt sie den Heuschober in Brand und flieht in den Nachbarort, wo sie sich als Tagelöhnerin durchschlägt.</p><p>Durch den Einsatz des Pfarrers darf Wally im nächsten Sommer wieder auf dem Hochjoch arbeiten. Dort bittet Joseph Hagenbach sie um eine Stärkung, als er eine junge Frau, die er aus Bergnot gerettet hat, ins Tal bringt. Das Gerede um Wallys angebliche Wildheit sieht er bestätigt, als der Geier Hansl ihn unvermittelt angreift. Wally kann Joseph nur schwer davon abhalten, Hansl zu erschießen – der junge Mann lässt sie verständnislos auf dem Hochjoch zurück.</p><p>Nach einem weiteren Winter als Magd und dem dritten Sommer auf dem Hochjoch kehrt die verhärmte und verschlossene Wally als Alleinerbin auf den Hof des Vaters zurück. Dem Werben der Männer will sie nicht nachgeben, sie will nur den heiraten, der ihr einen Kuss abringt. Über Josephs angebliche Beziehung mit der Magd Afra lästert sie so ausgiebig, dass sich dieser rächt, indem er sie vor der Fronleichnamsgemeinde bloßstellt.</p><p>Aus falsch verstandener Rache schießt Vinzenz Joseph an. Dieser überlebt jedoch und macht Wally mit den wahren Gegebenheiten bekannt: Afra ist seine Halbschwester und er erwidert Wallys Liebe. Beide übernehmen den Hof und leben noch einige glückliche Jahre zusammen – ein Happy End, das den Protagonisten in Rebecca Langs und Johanna Wehners Fassung nicht vergönnt ist: „„Wehner und ihre Dramaturgin […], die den Stoff für die Bühne eingerichtet haben, nehmen ihn […] ernster als die Verfasserin selbst, die der Geierwally und ihrem Bärenjoseph nach Hass und Verachtung, Demütigung und Eifersucht ein glückliches Ende gönnt […] In der ‚Box’ kriegen sie sich nicht“. (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.10.2013)</p>
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Bildunterschrift
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Fotos Copyright © Birgit Hupfeld
Kritiken - Texte <p class="MsoNormal">Pressespiegel zur Uraufführung:</p><p class="MsoNormal">&nbsp;</p><p class="MsoNormal">„Johanna Wehner, die auch Regie führt, und die Dramaturgin Rebecca Lang haben aus dem Roman eine auf eineinviertel Stunden konzentrierte Textfassung erarbeitet, die man mit einem sehr langen Lied vergleichen könnte […].“ (Frankfurter Rundschau, 24.10.2013)</p> <p class="MsoNormal">„Wehner und ihre Dramaturgin […], die den Stoff für die Bühne eingerichtet haben, nehmen ihn […] nun wieder ernst, ernster als die Verfasserin selbst, die der Geierwally und ihrem Bärenjoseph nach Hass und Verachtung, Demütigung und Eifersucht ein glückliches Ende gönnt […] In der ‚Box’ kriegen sie sich nicht“. (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.10.2013)</p> <p class="MsoNormal">„Die Textvorlage haben Wehner und Lang in zeitgenössisch tönende Brocken zerlegt, in wiederkehrende Motive, die wie Loops aneinandergereiht und neu gemixt werden […]. Eine solche Einverleibung, ein solches Wiederkäuen, musikalisch, kurzweilig und präzise, ist natürlich auch diese Inszenierung.“ (nachtkritik.de, 22.10.2013)</p> <p class="MsoNormal">„Johanna Wehner und Rebecca Lang tun gut daran, den Zuschauern kein Happy End zu gönnen – nur mit der über dem ganzen Stück schwebenden, an jeden Einzelnen Gerichtete Frage ‚Was willst du sein?’, die am Ende nicht im Rosamunde-Pilcher-Wir-sind-alle-so-glücklich-Topf versuppt, erfährt das Stück Aktualität.“ (Frizz Magazin, 23.10.2013)</p> <p class="MsoNormal">„Das Kolorit des Heimatromans haben die Regisseurin und die Dramaturgin Rebecca Land dem Stoff […] ebenso ausgetrieben wie alle Züge romantischer Kolportage. Da ist nichts mehr, wovon man sich mit Ironie distanzieren müsste. Was bleibt, lässt sich ernst nehmen. […]“, Der „abgegriffene Roman [wird] als schlanke Theatererzählung wieder griffig und dabei auf unaufdringliche Weise gegenwärtig.“ (Echo Zeitung, 30.10.2013)</p><p class="MsoNormal"> </p><p class="MsoNormal">„Gesellschaftliche Störenfriede haben es Johanna Wehner […] derzeit angetan. Menschen also, die sich fordernd und reibend auf ihre Umgebung beziehen […]. Menschen, die schlichtweg anders und dadurch ein Gradmesser für die Freiheit der Gesellschaft sind, in der sie leben. Eine Frage, die sich für Wehner aus dem Störenfried-Kontext ergibt, lautet: Wie viel Individualität kann die Gesellschaft ertragen? Und umgekehrt“ (Strandgut, 06.10.2013)</p><p></p>
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