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Die Kommission

The Commission


Steven Fechter

Aus dem Englischen von Christine Richter-Nilsson und Bo Magnus Nilsson

Übersetzung durch Christine Richter-Nilsson

Drama


2 D | 3 H

Irgendwo in Osteuropa am Ende des 20. Jahrhunderts. Der Krieg ist gerade vorbei. In einem Café lernen sich zufällig die amerikanische Diplomatengattin und Dozentin Paula und die mittellose russische Studentin Tulia kennen. Paula stellt Tulia einen Job in Aussicht, den sie dringend brauchen könnte.
Tulia befürchtet, dass ihr Verlobter Ivan im Bürgerkrieg umgekommen sein könnte. Sie hat seit einem halben Jahr nichts mehr von ihm gehört .
In drei szenischen Rückblenden wird aufgedeckt, dass die scheinbar so weit voneinander entfernten Welten der beiden Frauen doch sehr eng miteinander verbunden sind. Denn Paulas Geliebter Karl, Vorsitzender der Menschenrechtskommission, ist bei seiner Suche nach Kriegsverbrechern auf Ivan getroffen …

Der Soldat Ivan bewacht ein Massengrab und war dem Anschein nach bei Vergewaltigungen beteiligt. Karl erschießt Ivan als dieser sich weigert, ihn zu den Massengräbern vorzulassen.
Weitere Rückblende: Paula und Karl liegen im Bett und ihr anfänglich so harmonisches Liebesspiel kippt in ein merkwürdig ambivalentes Spiel von Agressivität und Anziehung. Karl selbst hat seit einem Einsatz im Jugoslawienkrieg eine dunkle Stelle in seiner Vergangenheit. Und Paula kennt die Schuld Karls.
Wieder ein Jahre früher: Paula ist glücklich mit ihrem Geliebten Ivan, den sie bald heiraten wird. Sie treffen sich im Hause ihres Vaters, der tyrannisch seine Tochter als Dienstmagd erniedrigt und erst nach einigem patriarchalischen Gehabe seinen Segen für die bevorstehende Hochzeit gibt.

Das Stück zeigt wie brüchig dieses anfängliche Glück ist.
Die Grenzen zwischen Opfer und Täter verwischen. Fechter gelingt es eindrucksvoll die Sympathien den einzelnen Figuren zuzubilligen und wieder zu entziehen: der Geliebte von Paule ist einmal charmanter Brautwerber und das andere Mal ein von den Kriegswirren verrohter Soldat. Und selbst Karl, der Mitarbeiter der Kommission" für Menschenrechte ist nicht ohne Schuld – er selbst hat an einer Vergewaltigung als junger Leutnant teilgenommen. Jetzt droht er Paula, ihrem Sohn etwas anzutun, wenn sie dieses Geheimnis ausplaudert. Und Paula schläft mit ihm im Bewußtsein seiner Schuld. Vermeintliche Opfer werden zu Täter und Täter zu Opfer.

Ohne zu moralisieren, vermittelt DIE KOMMISSION eine klare, leider zeitlose Botschaft: Krieg kann niemals „sauber“ geführt werden und den daran Beteiligten ist es nicht möglich, schuldlos zu bleiben ...

UA The Connelly Theatre, New York, im Rahmen des Fringe Festivals 2007, 11. August 2007

DSE Theater Bielefeld, 15. November 2008

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---- DB CHECK ---- ---- ---- ---- ---- ----
Relation zum Titel Die Kommission
URL part die-kommission
Subtitel
Originaltitel The Commission
Coautoren
Uebersetzung Aus dem Englischen von Christine Richter-Nilsson und Bo Magnus Nilsson
Bearbeiter
Komponist
Genre Drama
Subverlaginfo
Damen 2
Herren 3
Ergaenzung
Anmerkungen <p>UA The Connelly Theatre, New York, im Rahmen des Fringe Festivals 2007, 11. August 2007</p><p>DSE Theater Bielefeld, 15. November 2008</p>
Einleitung Irgendwo in Osteuropa am Ende des 20. Jahrhunderts. Der Krieg ist gerade vorbei. In einem Café lernen sich zufällig die amerikanische Diplomatengattin und Dozentin Paula und die mittellose russische Studentin Tulia kennen. Paula stellt Tulia einen Job in Aussicht, den sie dringend brauchen könnte.<br />Tulia befürchtet, dass ihr Verlobter Ivan im Bürgerkrieg umgekommen sein könnte. Sie hat seit einem halben Jahr nichts mehr von ihm gehört .<br />In drei szenischen Rückblenden wird aufgedeckt, dass die scheinbar so weit voneinander entfernten Welten der beiden Frauen doch sehr eng miteinander verbunden sind. Denn Paulas Geliebter Karl, Vorsitzender der Menschenrechtskommission, ist bei seiner Suche nach Kriegsverbrechern auf Ivan getroffen …
Haupttext Der Soldat Ivan bewacht ein Massengrab und war dem Anschein nach bei Vergewaltigungen beteiligt. Karl erschießt Ivan als dieser sich weigert, ihn zu den Massengräbern vorzulassen.<br />Weitere Rückblende: Paula und Karl liegen im Bett und ihr anfänglich so harmonisches Liebesspiel kippt in ein merkwürdig ambivalentes Spiel von Agressivität und Anziehung. Karl selbst hat seit einem Einsatz im Jugoslawienkrieg eine dunkle Stelle in seiner Vergangenheit. Und Paula kennt die Schuld Karls.<br />Wieder ein Jahre früher: Paula ist glücklich mit ihrem Geliebten Ivan, den sie bald heiraten wird. Sie treffen sich im Hause ihres Vaters, der tyrannisch seine Tochter als Dienstmagd erniedrigt und erst nach einigem patriarchalischen Gehabe seinen Segen für die bevorstehende Hochzeit gibt. <br /><br />Das Stück zeigt wie brüchig dieses anfängliche Glück ist.<br />Die Grenzen zwischen Opfer und Täter verwischen. Fechter gelingt es eindrucksvoll die Sympathien den einzelnen Figuren zuzubilligen und wieder zu entziehen: der Geliebte von Paule ist einmal charmanter Brautwerber und das andere Mal ein von den Kriegswirren verrohter Soldat. Und selbst Karl, der Mitarbeiter der <span style="font-size:11.0pt;line-height:107%; font-family:&quot;Calibri&quot;,sans-serif;mso-ascii-theme-font:minor-latin;mso-fareast-font-family: Calibri;mso-fareast-theme-font:minor-latin;mso-hansi-theme-font:minor-latin; mso-bidi-font-family:&quot;Times New Roman&quot;;mso-bidi-theme-font:minor-bidi; mso-ansi-language:DE;mso-fareast-language:EN-US;mso-bidi-language:AR-SA">„</span>Kommission&quot; für Menschenrechte ist nicht ohne Schuld&nbsp;– er selbst hat an einer Vergewaltigung als junger Leutnant teilgenommen. Jetzt droht er Paula, ihrem Sohn etwas anzutun, wenn sie dieses Geheimnis ausplaudert. Und Paula schläft mit ihm im Bewußtsein seiner Schuld. Vermeintliche Opfer werden zu Täter und Täter zu Opfer.<br /><br />Ohne zu moralisieren, vermittelt DIE KOMMISSION eine klare, leider zeitlose Botschaft: Krieg kann niemals „sauber“ geführt werden und den daran Beteiligten ist es nicht möglich, schuldlos zu bleiben ...
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