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Don Juan

Nach einer Komödie


Martin Krumbholz


2 D | 2 H

Sie sind ein ungleiches Paar: Der weltgewandte Sachbuchautor Jan Felliger, der ein Buch über „Don Juan und Don Quichote“ geschrieben hat, und die Zahnarzthelferin Martina Rasch. Eines Abends, am 11. April, ist in Raschs Wohnung etwas geschehen, das mindestens eine Grenzüberschreitung, möglicherweise aber ein handfestes Verbrechen war. Die beiden Beteiligten erinnern sich unterschiedlich an den Hergang. Will Felliger eine Straftat verwischen, will Rasch dem in Ungnade gefallenen Geliebten mit dem Vorwurf der Vergewaltigung etwas anhängen, das er so keineswegs getan hat – oder ist es etwas Drittes, ein Grenzfall zwischen Sexualdelikt und halb einvernehmlichem Handeln im Rausch? War ein Messer im Spiel?

Nur die Beteiligten, und vielleicht nicht einmal sie, kennen die Wahrheit. Und nur bedingt sind sie willens, diese preiszugeben. Zwei Außenstehende versuchen durch insistierendes Befragen den Hergang zu klären: Die Polizistin Felicia Braun, die Felliger verhört, und der Therapeut Morlok, der sich der gepeinigten Martina Rasch annimmt. Auch auf dieser Ebene verwischen die Rollen von „Täter“ und „Opfer“ ...

Braun und Morlok sind aktiv Handelnde, die aufklären bzw. heilen wollen, sie werden aber auch zu Adressaten der jeweiligen Selbstinszenierungen von Felliger und Rasch. Der eloquente Jan Felliger umgarnt die Polizistin mit der selbstgewissen Konstruktion eines heutigen Don Juan, der einen autonomen Lebensentwurf entwickeln möchte, während Martina Rasch scheinbar mit entwaffnender Naivität eine Idylle der Zweisamkeit aufzeichnet und ihr nachtrauert. Wem kann man trauen? Ist der smarte Felliger ein Schuft, der sich aus allen Beschuldigungen geschickt herauswindet? Ist Rasch in Wahrheit eine gewiefte Lügnerin, die ihrem Intimfeind einen Strick dreht? Oder sind beide letztlich Opfer einer Verabredung zur Libertinage, die so nicht funktionieren kann? Sogar Braun und Morlok bleiben im Lauf der Gespräche nicht auf sicheren Gleisen. Während die Polizistin dem Verdächtigen gegenüber nach und nach eine gewisse Empathie entwickelt, entdeckt der Therapeut auch den Detektiv in sich, der seine Klientin mit viel Spürsinn beinahe in eine Falle zu locken scheint. „dON jUAN“ ist auf den ersten Blick ein einfach konstruiertes, ganz auf den Dialog focussiertes Spiel – die Gespräche sind parallel montiert -, aber in den Fallstricken „hoher“ und „niederer“ Rhetorik könnte der Zuschauer sich auch schon einmal verfangen. Und die Frage nach der Wahrheit bleibt – wie in ähnlich gelagerten realen Fällen – bis zum Ende offen.

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Relation zum Titel Don Juan
URL part don-juan
Subtitel Nach einer Komödie
Originaltitel
Coautoren
Uebersetzung
Bearbeiter
Komponist
Genre
Subverlaginfo
Damen 2
Herren 2
Ergaenzung
Anmerkungen UA frei!
Einleitung <p>Sie sind ein ungleiches Paar: Der weltgewandte Sachbuchautor Jan Felliger, der ein Buch über „Don Juan und Don Quichote“ geschrieben hat, und die Zahnarzthelferin Martina Rasch. Eines Abends, am 11. April, ist in Raschs Wohnung etwas geschehen, das mindestens eine Grenzüberschreitung, möglicherweise aber ein handfestes Verbrechen war. Die beiden Beteiligten erinnern sich unterschiedlich an den Hergang. Will Felliger eine Straftat verwischen, will Rasch dem in Ungnade gefallenen Geliebten mit dem Vorwurf der Vergewaltigung etwas anhängen, das er so keineswegs getan hat – oder ist es etwas Drittes, ein Grenzfall zwischen Sexualdelikt und halb einvernehmlichem Handeln im Rausch? War ein Messer im Spiel? Nur die Beteiligten, und vielleicht nicht einmal sie, kennen die Wahrheit. Und nur bedingt sind sie willens, diese preiszugeben. Zwei Außenstehende versuchen durch insistierendes Befragen den Hergang zu klären: Die Polizistin Felicia Braun, die Felliger verhört, und der Therapeut Morlok, der sich der gepeinigten Martina Rasch annimmt. Auch auf dieser Ebene verwischen die Rollen von „Täter“ und „Opfer“ ... </p>
Haupttext Braun und Morlok sind aktiv Handelnde, die aufklären bzw. heilen wollen, sie werden aber auch zu Adressaten der jeweiligen Selbstinszenierungen von Felliger und Rasch. Der eloquente Jan Felliger umgarnt die Polizistin mit der selbstgewissen Konstruktion eines heutigen Don Juan, der einen autonomen Lebensentwurf entwickeln möchte, während Martina Rasch scheinbar mit entwaffnender Naivität eine Idylle der Zweisamkeit aufzeichnet und ihr nachtrauert. Wem kann man trauen? Ist der smarte Felliger ein Schuft, der sich aus allen Beschuldigungen geschickt herauswindet? Ist Rasch in Wahrheit eine gewiefte Lügnerin, die ihrem Intimfeind einen Strick dreht? Oder sind beide letztlich Opfer einer Verabredung zur Libertinage, die so nicht funktionieren kann? Sogar Braun und Morlok bleiben im Lauf der Gespräche nicht auf sicheren Gleisen. Während die Polizistin dem Verdächtigen gegenüber nach und nach eine gewisse Empathie entwickelt, entdeckt der Therapeut auch den Detektiv in sich, der seine Klientin mit viel Spürsinn beinahe in eine Falle zu locken scheint. „dON jUAN“ ist auf den ersten Blick ein einfach konstruiertes, ganz auf den Dialog focussiertes Spiel – die Gespräche sind parallel montiert -, aber in den Fallstricken „hoher“ und „niederer“ Rhetorik könnte der Zuschauer sich auch schon einmal verfangen. Und die Frage nach der Wahrheit bleibt – wie in ähnlich gelagerten realen Fällen – bis zum Ende offen.
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