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Frau Jenny Treibel

Nach dem Roman von Theodor Fontane


Anne-Sylvie König, Uwe Eric Laufenberg

Schauspiel


7 D | 10 H

Die Dramaturgin Anne-Syvie König und der Regisseur Uwe Eric Laufenberg erstellten für das Hans-Otto Theater Potsdam eine Bühnenfassung FRAU JENNY TREIBEL nach dem Roman von Theodor Fontane.
Die Dramatisierung wurde erstmals im Januar 2005 im Palais Lichtenau in Potsdam gezeigt und blieb als großer Publikumserfolg bis in die Saison 2007/08 im Repertoire des Theaters. Die Titelrolle verkörperte Katharina Thalbach.

"Deutschland ist vereint und stark, der Bürger gründet und richtet, die Besitzverhältnisse festigen sich. Arbeiterwohnungen soll es geben – aber wo? Auch während der Gestank der Blutlaugensalz-Fabrik durchs Fenster hineinweht, plaudert das deutsche Bürgertum gepflegt zwischen Stuck und Goldleisten auf samtenen Kanapees über Poesie.
Nichts bewegt sich als das Rascheln der Servietten bei den Treibelschen Diners. Es herrscht die beste aller Welten beim Wirtschaftsbürgertum in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts. Freiheit durch Sicherheit, das heißt, man kann sich die Ideale leisten.
Doch da öffnet sich die Tür für ein störendes Gefühl, und die Sicherheit entschlüpft in Sekundenschnelle: Die Panik ist da. Ausgelöst zum Beispiel durch eine gebildete und leidenschaftliche Anwärterin auf den Schwiegertochterposten. Unter dem Riss des bürgerlichen Brokatstoffes könnte etwas nicht Steuerbares zum Vorschein kommen – die wahre Freiheit etwa?
Brokatstoff ist fest, auch wenn etwas Authentisches an ihm reißt und der Bismarcksche Nachwuchs zu schwach ist, um standzuhalten. Die Frage ist nur, wie lang hält der Stoff noch, aus dem Bürgerträume sind?"
(Text Hans-Otto Theater Potsdam)

UA Hans-Otto-Theater Potsdam, Palaishaus Lichtenau, 17. Januar 2005

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Relation zum Titel Frau Jenny Treibel
URL part frau-jenny-treibel
Subtitel Nach dem Roman von Theodor Fontane
Originaltitel
Coautoren
Uebersetzung
Bearbeiter
Komponist
Genre Schauspiel
Subverlaginfo
Damen 7
Herren 10
Ergaenzung
Anmerkungen UA Hans-Otto-Theater Potsdam, Palaishaus Lichtenau, 17. Januar 2005
Einleitung Die Dramaturgin Anne-Syvie König und der Regisseur Uwe Eric Laufenberg erstellten für das Hans-Otto Theater Potsdam eine Bühnenfassung FRAU JENNY TREIBEL nach dem Roman von Theodor Fontane. <br />Die Dramatisierung wurde erstmals im Januar 2005 im Palais Lichtenau in Potsdam gezeigt und blieb als großer Publikumserfolg bis in die Saison 2007/08 im Repertoire des Theaters. Die Titelrolle verkörperte Katharina Thalbach.
Haupttext &quot;Deutschland ist vereint und stark, der Bürger gründet und richtet, die Besitzverhältnisse festigen sich. Arbeiterwohnungen soll es geben – aber wo? Auch während der Gestank der Blutlaugensalz-Fabrik durchs Fenster hineinweht, plaudert das deutsche Bürgertum gepflegt zwischen Stuck und Goldleisten auf samtenen Kanapees über Poesie. <br />Nichts bewegt sich als das Rascheln der Servietten bei den Treibelschen Diners. Es herrscht die beste aller Welten beim Wirtschaftsbürgertum in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts. Freiheit durch Sicherheit, das heißt, man kann sich die Ideale leisten. <br />Doch da öffnet sich die Tür für ein störendes Gefühl, und die Sicherheit entschlüpft in Sekundenschnelle: Die Panik ist da. Ausgelöst zum Beispiel durch eine gebildete und leidenschaftliche Anwärterin auf den Schwiegertochterposten. Unter dem Riss des bürgerlichen Brokatstoffes könnte etwas nicht Steuerbares zum Vorschein kommen – die wahre Freiheit etwa? <br />Brokatstoff ist fest, auch wenn etwas Authentisches an ihm reißt und der Bismarcksche Nachwuchs zu schwach ist, um standzuhalten. Die Frage ist nur, wie lang hält der Stoff noch, aus dem Bürgerträume sind?&quot;<br />(Text Hans-Otto Theater Potsdam)
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Kritiken - Texte &quot;Laufenbergs Dramaturgin Anne-Sylvie König hat Fontanes dialogreiche Geschichte klug gerafft. Jetzt begibt sich alles an einem Abend bei der Soiree im Hause Treibel (die bei Fontane nur die Exposition darstellt). Anfang und Ende finden statt im großen Salon, dazwischen verteilt sich das Publikum in drei Gruppen auch auf das Vestibül und das holzgetäfelte Musikzimmer, in dem ein Pianist am Blüthner-Flügel spielt. Bestimmte Szenen werden simultan gegeben und von den Akteuren für die jeweils wechselnden Zuschauer wiederholt, so dass jeder alles sieht, aber nicht in der gleichen Reihenfolge. Das ist von der Regie logistisch virtuos, wie mit Filmschnitten arrangiert.&quot; (<a data-htmlarea-external="1" title="Opens external link in new window" class="external-link-new-window" target="_blank" href="http://www.tagesspiegel.de/kultur/der-parvenue-verlaesst-uns-nie/578662.html">tagesspiegel.de</a>, 20.01.2005)
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