LICHT

Von Carsten Brandau

nach Motiven aus Dostojewskis „Idiot“ unter besonderer Berücksichtigung des „Bauhofprozesses“, der 2010 vor dem Landgericht Siegen verhandelt wurde
Ad libitum

Auf der Straße lernt eine Frau einen jungen Mann kennen. Dieser junge Mann scheint ihr fremd – in jeglicher Hinsicht: Er gibt sich als Opfer, das gern einmal Täter wäre. Die Frau hält den Mann für einen Idioten. Doch irgendetwas an ihm fasziniert sie. Weshalb sie ihn mitnimmt.
In ihrer Hotel-Suite lernt die Frau den geschundenen jungen Mann, der sich ihr als Gärtner-Azubi vorstellt, näher kennen. Als sie in ihm den Erlöser der Welt, den Salvator Mundi, zu erkennen vermeint, reift in ihr ein perfider Plan.

Carsten Brandau verwebt Dostojewskijs „Der Idiot“ mit den Geschehnissen um den sogenannten Siegerländer Bauhofprozess, bei dem es um die langjährige Misshandlung eines Auszubildenden durch seine Kollegen ging, sowie mit dem Motiv des Salvator Mundi. Er erzählt von Menschen, deren Leben sich zwischen Demut und Demütigung, zwischen passiver und aktiver Verletzung abspielt.
„Es geht um Macht, ihren Missbrauch und die daraus resultierende Ohnmacht; und es geht um all die kleinen Momente, in denen die Macht ihre Macht verliert, in denen Macht selbst ohnmächtig wird. Um all die kleinen Erlösungen geht es also – und um die eine große, die allumfassende, die immer wieder ausbleibt.“ (Carsten Brandau)

© Jordan Simeonov (Getty-Images)
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