Zum Hauptinhalt springen

Senecas Tod


Peter Hacks

Schauspiel


1 D | 9 H

"Seneca, wie er oder man sagt, verschied in jener erhabensten unter den Haltungen, die wir einfach Haltung nennen. Haltung ist die Vorwegnahme menschlicher Selbstbestimmung auf geschichtliche Lagen, auf Lagen also, die keine anderen sein können als aufgezwungene" (Hacks, aus: Seneca-Essay)

Der Stoiker Seneca erhält von Kaiser Nero den Befehl, noch am gleichen Tage unter Beweis zu stellen, was er in seinen philosophischen Schriften kundgetan hat: Die Fähigkeit, in Würde zu sterben. Seneca will diesen letzten Tag seines Lebens so leben wie jeden anderen auch, da er immer so zu leben bemüht war, als wäre es der letzte Tag. Doch so einfach ist das nicht; der sorgfältig geplante Ablauf der letzten Stunden wird immer wieder durch Kleinigkeiten gestört - geschwätzige Gäste, ein Handwerker, seine Gattin - sie alle machen Seneca das Sterben in Freiheit ziemlich schwer.

Diese Boulevard-Komödie im Ton des klassischen Trimeter ist so lustig, wie ein Drama von Hacks nur sein kann und von so entsetzlichem Ernst, wie ein Hacks-Drama im verhangenen Jahr 1977 sein muss, das überdem auf die Frage hinausläuft, wie zu leben geht. Das Schauspiel vereint Grundfragen und -motive aus der Mitte des Hacksschen Werks, aus jener Zeit, in der sich herausstellte, dass der Sozialismus nicht nur mit den Frauen und den Genies seine Schwierigkeiten hat.

UA Deutsches Theater Berlin/ Staatsschauspiel Dresden, 27. November 1980

Zurück




---- DB CHECK ---- ---- ---- ---- ---- ----
Relation zum Titel Senecas Tod
URL part senecas-tod
Subtitel
Originaltitel
Coautoren
Uebersetzung
Bearbeiter
Komponist
Genre Schauspiel
Subverlaginfo
Damen 1
Herren 9
Ergaenzung
Anmerkungen UA Deutsches Theater Berlin/ Staatsschauspiel Dresden, 27. November 1980
Einleitung "Seneca, wie er oder man sagt, verschied in jener erhabensten unter den Haltungen, die wir einfach Haltung nennen. Haltung ist die Vorwegnahme menschlicher Selbstbestimmung auf geschichtliche Lagen, auf Lagen also, die keine anderen sein können als aufgezwungene" (Hacks, aus: Seneca-Essay)
Haupttext <p>Der Stoiker Seneca erhält von Kaiser Nero den Befehl, noch am gleichen Tage unter Beweis zu stellen, was er in seinen philosophischen Schriften kundgetan hat: Die Fähigkeit, in Würde zu sterben. Seneca will diesen letzten Tag seines Lebens so leben wie jeden anderen auch, da er immer so zu leben bemüht war, als wäre es der letzte Tag. Doch so einfach ist das nicht; der sorgfältig geplante Ablauf der letzten Stunden wird immer wieder durch Kleinigkeiten gestört - geschwätzige Gäste, ein Handwerker, seine Gattin - sie alle machen Seneca das Sterben in Freiheit ziemlich schwer.</p><p>Diese Boulevard-Komödie im Ton des klassischen Trimeter ist so lustig, wie ein Drama von Hacks nur sein kann und von so entsetzlichem Ernst, wie ein Hacks-Drama im verhangenen Jahr 1977 sein muss, das überdem auf die Frage hinausläuft, wie zu leben geht. Das Schauspiel vereint Grundfragen und -motive aus der Mitte des Hacksschen Werks, aus jener Zeit, in der sich herausstellte, dass der Sozialismus nicht nur mit den Frauen und den Genies seine Schwierigkeiten hat.</p>
Bild
Bildunterschrift
Fotos
Fotos Copyright
Kritiken - Texte <p>Die Deutsche Bühne (Dezember 1981): &quot;Die Aufführung, für die Thomas Richter- Forgách ein in mehrfacher Hinsicht glänzend passendes Bild schuf [...], hält Hacks' anspruchsvollen Text ganz in der Schwebe. Sie gibt der formalen und sprachlichen Brillanz des Textes Raum, ohne die zahlreichen Aperçus herauszustreichen, scheut sich aber auch nicht, im zweiten Akt - Seneca wird von einem Maurer, der auf seinen eigenen Befehl eine störende Mauer abreißt, beim Mittagsschlaf gestört - die angelegte Komik bis zum Slapstick fortzuentwickeln. So das Werk im Charakter einer schillerndes Seifenblase haltend, gelingt es Fischer, dem Publikum auch Zugang zu den tieferen Qualitäten des Schauspiels, zu den zahlreichen Anspielungen, Assoziationen, Gedanken und Spitzen zu eröffnen. Es zeigt sich in Göttingen, daß eine wesentliche Qualität des Stückes in seiner Vielwertigkeit liegt: bei bloßer 'Ansicht' brillant-witziges Boulevard, bei entsprechend geschärfter Perspektive ein reiches Werk [...]&quot;</p><p>Union (Oktober 1980): &quot;In der ironischen Sicht auf die Kluft zwischen Ideal und Wirklichkeit, auf das mühevolle Ringen um eine persönliche Haltung im Leben und Sterben liegen die Vorzüge dieses Stückes. Hier ist es von heiterem, unpathetischem Humanismus durchdrungen, von spöttischer Freundlichkeit und unheroischer Tapferkeit. Ein lichter, klassischer Geist waltet da, dem spielerisch beherrschter kunstvoller Vers zur angemessenen Form wird.&quot;</p>
Kritiken - Dateien
PDF zum Bestellen Hacks_Senecas_Tod.pdf
Alphabetischer Titel Senecas Tod
Mailorder 0
PDF Leseprobe