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Das Leben des Joyless Pleasure

oder: Die Insel der Nutzlosen


Alexander Eisenach, Rebecca Lang


1 D | 3 H

Was ist Glück? Was ist Zufriedenheit? Wo fängt die eigene Freiheit, die eigene Selbstbestimmtheit an und wo hört der Einfluss von uns unbewussten Mechanismen auf? Gibt es eine Alternative zu dieser Lebensweise? Ist es der Druck der zu gern kritisierten Leistungsgesellschaft, der zu freudlosen Vergnügen führt und dem wir uns erwehren müssen? Oder aber sind wir alle längst weit weg davon und ist es lediglich ein spießiges Bildungsbürgertum und dessen Lakaien, die die vermeintlich unmündigen, bildungsfernen Schichten als Alibi für eine ausgefeilte aber doch in ihrer Wirkung auf der Stelle tretende Kritik brauchen?

Drei Wissenschaftler sind auf einem Schiff unterwegs zur Insel der Nutzlosen, dem Ort, an dem alle Menschen fern jedes Konsums das reine Glück gefunden haben. Arbeit dient dort nur noch der Selbstbestätigung, Profit und Wachstum sind gänzlich unwichtig geworden, der weltweite technokratische Faschismus gilt als überwunden. Diese Anomalie gilt es zu erforschen. Doch den drei Gelehrten gelüstet nach Abwechslung und so wird Blank, ein Heizer des Schiffes, mit an Bord geholt. Doch bald darauf wird der Kapitän ermordet und die Lage an Bord des führerlosen Schiffes spitzt sich angesichts eines drohenden Unwetters zu.

UA Schauspiel Frankfurt/ Kammerspiele, 13. Juni 2014

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Relation zum Titel Das Leben des Joyless Pleasure
URL part das-leben-des-joyless-pleasure
Subtitel oder: Die Insel der Nutzlosen
Originaltitel
Coautoren
Uebersetzung
Bearbeiter
Komponist
Genre
Subverlaginfo
Damen 1
Herren 3
Ergaenzung
Anmerkungen UA Schauspiel Frankfurt/ Kammerspiele, 13. Juni 2014
Einleitung Was ist Glück? Was ist Zufriedenheit? Wo fängt die eigene Freiheit, die eigene Selbstbestimmtheit an und wo hört der Einfluss von uns unbewussten Mechanismen auf? Gibt es eine Alternative zu dieser Lebensweise? Ist es der Druck der zu gern kritisierten Leistungsgesellschaft, der zu freudlosen Vergnügen führt und dem wir uns erwehren müssen? Oder aber sind wir alle längst weit weg davon und ist es lediglich ein spießiges Bildungsbürgertum und dessen Lakaien, die die vermeintlich unmündigen, bildungsfernen Schichten als Alibi für eine ausgefeilte aber doch in ihrer Wirkung auf der Stelle tretende Kritik brauchen?
Haupttext Drei Wissenschaftler sind auf einem Schiff unterwegs zur Insel der Nutzlosen, dem Ort, an dem alle Menschen fern jedes Konsums das reine Glück gefunden haben. Arbeit dient dort nur noch der Selbstbestätigung, Profit und Wachstum sind gänzlich unwichtig geworden, der weltweite technokratische Faschismus gilt als überwunden. Diese Anomalie gilt es zu erforschen. Doch den drei Gelehrten gelüstet nach Abwechslung und so wird Blank, ein Heizer des Schiffes, mit an Bord geholt. Doch bald darauf wird der Kapitän ermordet und die Lage an Bord des führerlosen Schiffes spitzt sich angesichts eines drohenden Unwetters zu.
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Kritiken - Texte INTERVIEW DAS LEBEN DES JOYLESS PLEASURE Rebecca Lang: DAS LEBEN DES JOYLESS PLEASURE ist deine dritte Arbeit am Schauspiel Frankfurt in der du dich erneut mit Phänomenen unserer Gesellschaft auseinandersetzt. Ist denn das Leben für dich ein „freudloses Vergnügen“? Und gibt es überhaupt eine Alternative zu dem Leben, das wir leben? Alexander Eisenach: Der Begriff stammt ja von Erich Fromm und bezeichnet eine ganz bestimmte Form von Unterhaltungskultur mit der wir unsere sogenannte Freizeit, also die Zeit die wir nicht im Dienste der Profitgenerierung zubringen, füllen. Das apokalyptische Sinnbild dieses leicht ergrauten Frankfurter Schule Kulturpessimismus ist RTL2, aber auch Sportwagen, Urlaubsreisen etc. Alles was eben Vergnügen aber keine echte Freude bereithält. Die Frage ist also, was sollte diese „echte Freude“ sein? Was bedeutet ein erfülltes, ein glückliches Leben? Was ist eine sinnstiftende Tätigkeit? Für mich sind das elementare Fragen an denen ich mich immer wieder abarbeite. Es ist erstaunlich, dass in dieser sehr reichen Überflussgesellschaft immer mehr Leute um ihre materielle Existenz, um ihren Wohlstand fürchten. Also beginnen sich die Hamsterräder überall ein bisschen schneller zu drehen und in einer Stadt wie Frankfurt drehen sie sich besonders schnell. Wenn man das beobachtet, vor allem ja an sich selbst, drängt sich die Frage nach den Alternativen – vielleicht nicht zum Leben, denn das Leben ist ja das Leben – aber zu der Art und Weise, wie wir Zusammenleben organisieren, auf. RL: In deinen Arbeiten konfrontierst du den Zuschauer immer wieder mit der Frage: Was ist gut für den Menschen? AE: Wenn wir uns auf die Suche nach Alternativen begeben müssen wir wissen, was wir wollen. So eine diffuse Ablehnung gesellschaftlicher Zustände, die ja dann oft reichlich undifferenziert mit so Schlagwörtern wie „Neoliberalismus“, „Kapitalismus“ und den gängigen Feindbildern vom Banker oder Konzernchef beschrieben werden, hilft uns ja nicht weiter. Das ist einfach eine ziemlich bequeme Empörungsgeste, die mir erlaubt mich immer auf der Seite der Guten zu wähnen. Ich denke, es ist hilfreicher sich ausgehend von der Frage „Was ist gut für den Menschen?“ über die eigenen Interessen, Wünsche, Hoffnungen etc. bewusst zu werden, um so etwas wie Freude oder Erfüllung zu erreichen. Dann kann ich beginnen dafür zu arbeiten bzw. die Hindernisse zu bekämpfen. Ich glaube sehr viel von der Arbeit, die wir so verrichten folgt nicht den Interessen des Menschen sondern denen einer körperlosen, fast gottgleichen Autorität, die aber keiner mehr kennt. Das ist ziemlich irrational und diese Irrationalität sehen wir ja täglich in den apokalyptischen Nachrichtenschnipseln, die uns umwehen. Wenn wir das alles tun, müsste es ja auch möglich sein, damit aufzuhören bzw. etwas anderes zu tun. RL: Was ist „Glück“ für dich? AE: Das Wort hat ja so eine schöne Doppelbedeutung. Einmal als Gegenteil von Pech, wo es in gewisser Weise in die Nähe des Zufalls gerückt ist. Und dann noch als Zustandsbeschreibung, die ja irgendwie identisch ist mit sowas wie Zufriedenheit, Erfülltheit. Interessant finde ich daran, dass es manchmal scheint, als sei die zweitere Bedeutung nicht ohne weiteres herstellbar und sei abhängig von der ersteren, als bedürfe es quasi des glücklichen Zufalls um glücklich zu sein. Das ist es, was Pfaller als „Glücksfurcht“ bezeichnet, die uns daran hindert für unser Glück zu streiten. Wir akzeptieren einen offensichtlich schlechten und ungerechten Zustand, weil wir ihn eben für Pech, für nahezu gottgegeben halten. Ich finde das einen sehr interessanten Gedanken. Vor allem, da zu lieben und geliebt zu werden für mich persönlich ein ziemlich wesentlicher Bestandteil von Glück ist und man auf diesem Gebiet ja irgendwie doch auch Glück haben muss. Oder? RL: Im Stück heißt es, dass das Schiff für unsere Zivilisation nicht nur das größte Instrument der wirtschaftlichen Entwicklung ist, sondern auch das größte Imaginationsarsenal. In Zivilisationen in denen es keine Schiffe gibt, versiegen auch die Träume. Wie verhält sich das Schiff „Theater“ dazu? AE: Theater gibt uns die Möglichkeit Menschen, Themen, Probleme anders zu sehen als es uns im Alltag möglich ist. Es gelten ja, oder sagen wir mal, es können andere Regeln gelten als die vor der Theatertür. Grenzen des Anstands, des Geschmacks, der Langeweile, der Körperbeherrschung etc. können außer Kraft gesetzt werden. Darin liegt ein ungemein politisches Potential, da ich als Macher und Zuschauer immer wieder erleben kann, was sonst noch so möglich ist. Gerade der ökonomische Druck, von dem ich zu Beginn gesprochen habe, führt ja zu einer gewissen Stromlinienhaftigkeit im Alltag, bei der glaube ich viel von unseren Potentialen verkümmert. In dieser Hinsicht ist Theater ein Schiff der Träume und Hoffnungen. Der Hoffnung, dass etwas anderes möglich ist. Die Gefahr ist, dass es uns darin einlullt. Indem es den Traum eben Traum sein lässt. Das Theater muss es aber ernst meinen und den Zuschauer und Teilnehmer zwingen, sich zu verhalten. Es muss Unkonformität impfen. Aufführungs-Kritik von Natascha Pflaumbaum unter <a external="1" class="external-link-new-window" target="_blank" href="http://www.deutschlandradiokultur.de/theater-spielzeit-als-schonraum.1013.de.html?dram:article_id=289280">deutschlandradiokultur.de</a><p></p>
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