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Die Menschenfeindin


Jewdokija Petrowna Rostoptschina

Nitzberg, Alexander

Übersetzung durch Alexander Nitzberg

Schauspiel



In ihrem Drama »Die Menschenfeindin« (1848) entwirft Jewdokija Petrowna Rostoptschina den in der Weltliteratur einzigartigen Charakter eines weiblichen Dandy, einer jungen von der Gesellschaft verwundeten Frau, die ihre Verletzung hinter der Fassade der Unnahbarkeit und der Ironie verbirgt und sich bei lebendigem Leibe in Luxus einkerkert. Damit steht sie in der direkten Tradition eines Lord Byron, Charles Baudelaire und vor allem Michail Lermontow. Einstmals vom Erfolg der naturalistischen Dramen von der Bühne verdrängt, kann Rostoptschinas Werk heute vorurteilsfrei wiederentdeckt werden. Es lohnt sich…

Zoe, in Zurückgezogenheit lebend, wird zum Gegenstand einer zynischen Wette: Vor seinen Jagdkumpanen prahlt Valentin, er werde die schöne und gebildete Fürstentochter erobern und sich ihrer großen Reichtümer bemächtigen. Doch Zoe ist mit den gesellschaftlichen Intrigen bestens vertraut und entlarvt den Coup. Dabei dreht sie den Spieß einfach um und quält den allzu selbstbewussten Verführer mit Nerven zerreißenden Katz-und-Maus-Spielen. Als ihr einstiger Verlobter, Graf Juri, in der Verkleidung eines Magnetiseurs auftaucht, kommt es zwischen den beiden jungen Männern zum Duell. Aber auch in dieser Situation weigert sich Zoe, zu einem Objekt erklärt zu werden. Sie lässt das Duell platzen. Und während sie für eine ihrer Arbeiterinnen eine glückliche Hochzeit arrangiert, ist sie nicht im Stande, selbst einen seelenverwandten Menschen zu finden. In der Gestalt von Graf Juri und Valentin verstößt sie sowohl ihre Vergangenheit als auch ihre Zukunft und bleibt in tragischer Einsamkeit zurück.

Jewdokija Petrowna Rostoptschina (1811-1858) war die bedeutendste russische Dichterin des 19. Jahrhunderts. Ihr Talent begann sich schon im Alter von zwölf Jahren zu entwickeln. Puschkin und Gogol verehrten ihre Kunst, Lermontow und Tjutschew widmeten ihr programmatischeVerse. Sie selbst hinterließ ein gewaltiges OEuvre, bestehend aus zahlreichen Gedichten, Poemen (»Der Zirkus des Neunzehnten Jahrhunderts«, »Versailler Nächte 1847«,»Die Nonne«), Novellen (»Das Duell«, »Ämter und Geld«), Romanen (»Die glückliche Frau«, »Palazzo Forli«, »Am Kai«) und Dramen (»Die Menschenfeindin«, »Tschatzkis Rückkehr
nach Moskau« u. a.). Die unglückliche Ehe mit dem reichen aber stupiden Grafen Rostoptschin ließ sie sehr früh die gesellschaftlichen Mechanismen durchschauen und sorgte für eine innere Distanz zu der sie umrigenden Wirklichkeit. Sie verbrachte längere Zeit in Italien, da sie wegen ihrer politischen Ansichten erst nach dem Tode des Zaren wieder in St. Petersburg einreisen durfte. Anfangs noch von der Kritik umjubelt, erlebte sie als konsequente Vertreterin der klassisch-romantischen Schule immer schärfere Angriffe seitens des engagierten bürgerlichen Realismus und sah sich in ihren letzten Lebensjahren einer zunehmenden Isolation ausgesetzt. Ihr Gesundheitszustand verschlechterte sich mehr und mehr, bis sie in tiefster Enttäuschung und Verbitterung starb.
Nach ihrem Tode verdrängte der Einfluß des Naturalismus Rostoptschinas Werke aus dem kollektiven Gedächtnis. Doch heute können sie wieder vorurteilsfrei wiederentdeckt werden und wirken zeitgemäßer denn je.

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Relation zum Titel Die Menschenfeindin
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Coautoren
Uebersetzung Nitzberg, Alexander
Bearbeiter
Komponist
Genre Schauspiel
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Ergaenzung
Anmerkungen
Einleitung In ihrem Drama »Die Menschenfeindin« (1848) entwirft Jewdokija Petrowna Rostoptschina den in der Weltliteratur einzigartigen Charakter eines weiblichen Dandy, einer jungen von der Gesellschaft verwundeten Frau, die ihre Verletzung hinter der Fassade der Unnahbarkeit und der Ironie verbirgt und sich bei lebendigem Leibe in Luxus einkerkert. Damit steht sie in der direkten Tradition eines Lord Byron, Charles Baudelaire und vor allem Michail Lermontow. Einstmals vom Erfolg der naturalistischen Dramen von der Bühne verdrängt, kann Rostoptschinas Werk heute vorurteilsfrei wiederentdeckt werden. Es lohnt sich…
Haupttext Zoe, in Zurückgezogenheit lebend, wird zum Gegenstand einer zynischen Wette: Vor seinen Jagdkumpanen prahlt Valentin, er werde die schöne und gebildete Fürstentochter erobern und sich ihrer großen Reichtümer bemächtigen. Doch Zoe ist mit den gesellschaftlichen Intrigen bestens vertraut und entlarvt den Coup. Dabei dreht sie den Spieß einfach um und quält den allzu selbstbewussten Verführer mit Nerven zerreißenden Katz-und-Maus-Spielen. Als ihr einstiger Verlobter, Graf Juri, in der Verkleidung eines Magnetiseurs auftaucht, kommt es zwischen den beiden jungen Männern zum Duell. Aber auch in dieser Situation weigert sich Zoe, zu einem Objekt erklärt zu werden. Sie lässt das Duell platzen. Und während sie für eine ihrer Arbeiterinnen eine glückliche Hochzeit arrangiert, ist sie nicht im Stande, selbst einen seelenverwandten Menschen zu finden. In der Gestalt von Graf Juri und Valentin verstößt sie sowohl ihre Vergangenheit als auch ihre Zukunft und bleibt in tragischer Einsamkeit zurück.<br /><br />Jewdokija Petrowna Rostoptschina (1811-1858) war die bedeutendste russische Dichterin des 19. Jahrhunderts. Ihr Talent begann sich schon im Alter von zwölf Jahren zu entwickeln. Puschkin und Gogol verehrten ihre Kunst, Lermontow und Tjutschew widmeten ihr programmatischeVerse. Sie selbst hinterließ ein gewaltiges OEuvre, bestehend aus zahlreichen Gedichten, Poemen (»Der Zirkus des Neunzehnten Jahrhunderts«, »Versailler Nächte 1847«,»Die Nonne«), Novellen (»Das Duell«, »Ämter und Geld«), Romanen (»Die glückliche Frau«, »Palazzo Forli«, »Am Kai«) und Dramen (»Die Menschenfeindin«, »Tschatzkis Rückkehr<br />nach Moskau« u. a.). Die unglückliche Ehe mit dem reichen aber stupiden Grafen Rostoptschin ließ sie sehr früh die gesellschaftlichen Mechanismen durchschauen und sorgte für eine innere Distanz zu der sie umrigenden Wirklichkeit. Sie verbrachte längere Zeit in Italien, da sie wegen ihrer politischen Ansichten erst nach dem Tode des Zaren wieder in St. Petersburg einreisen durfte. Anfangs noch von der Kritik umjubelt, erlebte sie als konsequente Vertreterin der klassisch-romantischen Schule immer schärfere Angriffe seitens des engagierten bürgerlichen Realismus und sah sich in ihren letzten Lebensjahren einer zunehmenden Isolation ausgesetzt. Ihr Gesundheitszustand verschlechterte sich mehr und mehr, bis sie in tiefster Enttäuschung und Verbitterung starb.<br />Nach ihrem Tode verdrängte der Einfluß des Naturalismus Rostoptschinas Werke aus dem kollektiven Gedächtnis. Doch heute können sie wieder vorurteilsfrei wiederentdeckt werden und wirken zeitgemäßer denn je.<br /><br />
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