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Hafen der Sehnsucht

nach einer Erzählung von M. Hlasko


Armin Petras

Drama


3 D | 4 H

Der Theaterautor Petras lässt sich nach „Hund“ wieder einmal von einer Erzählung des allzu früh verstorbenen polnischen Prosaschriftstellers M. Hlasko (1934-1969), der in den Fünfziger Jahren als Kultautor einer jüngeren Generation verehrt wurde, für eine Dramatisierung anregen. „Hafen der Sehnsucht“ beschreibt nach der Erzählung „Der achte Tag der Woche“ in knappen, pointierten Dialogen, die Sehnsüchte von jungen Menschen, die in einer hoffnungslos heruntergekommenen gesellschaftlichen Umgebung ihr Leben mit Alkohol, in Kneipen, in viel zu engen Wohnungen und verschmutzten Strassen ihr Lebensglück suchen.

Agnes liebt Peter, der aus dem Zuchthaus gekommen, endlich seine erste Frau gefunden hat: sie liebt ihn, sucht mit ihm verzweifelt eine Wohnung, in der sie zusammen schlafen können; nach mehrmaligen meist verzweifelt endenden Versuchen, sich zu lieben, stößt sie ihn abrupt von sich und wirft sich in einer Kneipe einem eloquenten, verheirateten Kleinbürger an den Hals. Sie schläft mit ihm und verliert ihr Jungfräulichkleit – zu dessen Entsetzen: was wird seine Frau von ihm denken, wenn sie das Blut verschmierte Betttuch vorfindet? Ihr Bruder Gregor liebt eine junge Frau, die ihn fortwährend versetzt und nie auftaucht – so träumt er vor allem in Kneipen vom Alkohol berauscht von seiner großen Liebe und von einem Leben als Schriftsteller. Die Eltern der beiden sind veramt, leben auf engstem Raum mit den Kindern zusammen: die Mutter verbittert, krank, der Vater, ein ehemaliger Sportlehrer, ohne Arbeit, schwadroniert zu Haus und wartet auf den Sonntag, um Angeln zu gehen – der dauernde Regen vermiest ihm auch dieses letzte kleine Vergnügen. All die kleinen Hoffnungen der Figuren fallen in sich zusammen: auch der Monteur, der endlich ein Mädchen gefunden hat, glaubt nicht an die Treue seiner Braut – totschlagen wird er sie, wenn sie ihm untreu werden sollte…(was ziemlich wahrscheinlich erscheint bei ihrem zwielichtigen Lebenskauf)

Petras schreibt ein beeindruckendes Theaterstück: mit der gleichen schonungslosen Offenheit und Direktheit wie bei Hlasko werden die Personen seziert, in einer eigenwilligen, verknappten Sprache und Dramaturgie fokussiert. Petras konzentriert und verdichtet die persönlichen Schicksale und Lebensentwürfe der Figuren. Ein spannendes, zeitgemäßes, politisches Theater, das genau und unangestrengt den Blick auf die gescheiterten Hoffnungen, die Aus- und Aufbruchsversuche einer jüngeren Generation aus einer erstarrten (erwachsenen) Umwelt wie aus einem allzu starren politischen System wirft.

UA Stary Teatr Krakau, Oktober 2005
DSE Thüringer Landestheater Rudolstadt, 09. September 2006

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Relation zum Titel Hafen der Sehnsucht
URL part hafen-der-sehnsucht
Subtitel nach einer Erzählung von M. Hlasko
Originaltitel
Coautoren
Uebersetzung
Bearbeiter
Komponist
Genre Drama
Subverlaginfo
Damen 3
Herren 4
Ergaenzung
Anmerkungen UA Stary Teatr Krakau, Oktober 2005 <br /> DSE Thüringer Landestheater Rudolstadt, 09. September 2006
Einleitung Der Theaterautor Petras lässt sich nach „Hund“ wieder einmal von einer Erzählung des allzu früh verstorbenen polnischen Prosaschriftstellers M. Hlasko (1934-1969), der in den Fünfziger Jahren als Kultautor einer jüngeren Generation verehrt wurde, für eine Dramatisierung anregen. „Hafen der Sehnsucht“ beschreibt nach der Erzählung „Der achte Tag der Woche“ in knappen, pointierten Dialogen, die Sehnsüchte von jungen Menschen, die in einer hoffnungslos heruntergekommenen gesellschaftlichen Umgebung ihr Leben mit Alkohol, in Kneipen, in viel zu engen Wohnungen und verschmutzten Strassen ihr Lebensglück suchen.
Haupttext Agnes liebt Peter, der aus dem Zuchthaus gekommen, endlich seine erste Frau gefunden hat: sie liebt ihn, sucht mit ihm verzweifelt eine Wohnung, in der sie zusammen schlafen können; nach mehrmaligen meist verzweifelt endenden Versuchen, sich zu lieben, stößt sie ihn abrupt von sich und wirft sich in einer Kneipe einem eloquenten, verheirateten Kleinbürger an den Hals. Sie schläft mit ihm und verliert ihr Jungfräulichkleit – zu dessen Entsetzen: was wird seine Frau von ihm denken, wenn sie das Blut verschmierte Betttuch vorfindet? Ihr Bruder Gregor liebt eine junge Frau, die ihn fortwährend versetzt und nie auftaucht – so träumt er vor allem in Kneipen vom Alkohol berauscht von seiner großen Liebe und von einem Leben als Schriftsteller. Die Eltern der beiden sind veramt, leben auf engstem Raum mit den Kindern zusammen: die Mutter verbittert, krank, der Vater, ein ehemaliger Sportlehrer, ohne Arbeit, schwadroniert zu Haus und wartet auf den Sonntag, um Angeln zu gehen – der dauernde Regen vermiest ihm auch dieses letzte kleine Vergnügen. All die kleinen Hoffnungen der Figuren fallen in sich zusammen: auch der Monteur, der endlich ein Mädchen gefunden hat, glaubt nicht an die Treue seiner Braut – totschlagen wird er sie, wenn sie ihm untreu werden sollte…(was ziemlich wahrscheinlich erscheint bei ihrem zwielichtigen Lebenskauf)<br /><br />Petras schreibt ein beeindruckendes Theaterstück: mit der gleichen schonungslosen Offenheit und Direktheit wie bei Hlasko werden die Personen seziert, in einer eigenwilligen, verknappten Sprache und Dramaturgie fokussiert. Petras konzentriert und verdichtet die persönlichen Schicksale und Lebensentwürfe der Figuren. Ein spannendes, zeitgemäßes, politisches Theater, das genau und unangestrengt den Blick auf die gescheiterten Hoffnungen, die Aus- und Aufbruchsversuche einer jüngeren Generation aus einer erstarrten (erwachsenen) Umwelt wie aus einem allzu starren politischen System wirft.<br /><br />
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