Zum Hauptinhalt springen

In aller Ruhe

Quietly


Owen McCafferty

Aus dem Englischen von Michael Raab

Übersetzung durch Michael Raab


3 H

Belfast, 1974. Der Sechzehnjährige Ian, angeworben und radikalisiert durch die UVF, wirft eine Bombe in ein Pub und tötet alle Gäste, sechs Männer, Familienväter, die ein Spiel der Fußball-WM anschauen. Sechsunddreißig Jahre später treffen sich der Sohn eines der Opfer, Jimmy, und der Attentäter Ian in der gleichen Bar; wieder läuft ein Fußballspiel, Nordirland gegen Polen. Der einzige interessierte Zuschauer ist der polnische Barkeeper Robert: Als Ausländer ist er nicht direkt in den Nordirlandkonflikt involviert und mit seinen sechsunddreißig Jahren ist er zu jung, um die schlimmsten Auseinandersetzungen miterlebt zu haben. In der Gegenwart ist er allerdings der Bedrohte: Vor der Bar wartet ein Trupp gewaltbereiter Jugendlicher, die nach dem Sieg Nordirlands im Fußballspiel zum Angriff übergehen.

Zu einer tatsächlichen Aussöhnung zwischen Ian und Jimmy kommt es auch am Ende des Stücks nicht. Jedoch werden der Weg zum Trauma der beiden Protagonisten und die Konsequenzen daraus nachvollziehbar, ohne dass sich der Text mit der Motivation des Bombenwerfers gemein macht. Verstehen ist möglich, Verzeihen erwächst daraus nicht: „some good did come from it“, stellt Jimmy am Ende fest. „we met – we understand each other – that’s enough“

IN ALLER RUHE erzählt vom Versuch, die Deutungshoheit über die eigene Identität zu behalten. Ein leises, tiefgründiges Stück über zwei Leben und das, was andere daraus gemacht haben.

McCaffertys Stück, das 2014 in der englischen Originalinszenierung auf den Ruhrfestspielen zu sehen war, liegt in der Übersetzung von Michael Raab vor.

DSE Staatsschauspiel Nürnberg, 05.12.2014

Zurück




---- DB CHECK ---- ---- ---- ---- ---- ----
Relation zum Titel In aller Ruhe
URL part in-aller-ruhe
Subtitel
Originaltitel Quietly
Coautoren
Uebersetzung Aus dem Englischen von Michael Raab
Bearbeiter
Komponist
Genre
Subverlaginfo
Damen 0
Herren 3
Ergaenzung
Anmerkungen DSE Staatsschauspiel Nürnberg, 05.12.2014
Einleitung Belfast, 1974. Der Sechzehnjährige Ian, angeworben und radikalisiert durch die UVF, wirft eine Bombe in ein Pub und tötet alle Gäste, sechs Männer, Familienväter, die ein Spiel der Fußball-WM anschauen. Sechsunddreißig Jahre später treffen sich der Sohn eines der Opfer, Jimmy, und der Attentäter Ian in der gleichen Bar; wieder läuft ein Fußballspiel, Nordirland gegen Polen. Der einzige interessierte Zuschauer ist der polnische Barkeeper Robert: Als Ausländer ist er nicht direkt in den Nordirlandkonflikt involviert und mit seinen sechsunddreißig Jahren ist er zu jung, um die schlimmsten Auseinandersetzungen miterlebt zu haben. In der Gegenwart ist er allerdings der Bedrohte: Vor der Bar wartet ein Trupp gewaltbereiter Jugendlicher, die nach dem Sieg Nordirlands im Fußballspiel zum Angriff übergehen.
Haupttext <p>Zu einer tatsächlichen Aussöhnung zwischen Ian und Jimmy kommt es auch am Ende des Stücks nicht. Jedoch werden der Weg zum Trauma der beiden Protagonisten und die Konsequenzen daraus nachvollziehbar, ohne dass sich der Text mit der Motivation des Bombenwerfers gemein macht. Verstehen ist möglich, Verzeihen erwächst daraus nicht: „some good did come from it“, stellt Jimmy am Ende fest. „we met – we understand each other – that’s enough“</p><p>IN ALLER RUHE erzählt vom Versuch, die Deutungshoheit über die eigene Identität zu behalten. Ein leises, tiefgründiges Stück über zwei Leben und das, was andere daraus gemacht haben.</p><p>McCaffertys Stück, das 2014 in der englischen Originalinszenierung auf den Ruhrfestspielen zu sehen war, liegt in der Übersetzung von Michael Raab vor.</p>
Bild fileadmin/3m_media/autoren/McCafferty_Owen.jpg
Bildunterschrift
Fotos
Fotos Copyright
Kritiken - Texte <p>„'Quietly ist einer der selten gewordenen Theaterabende, in denen man das Gefühl hat, einen Blick ins Leben zu werfen. Ohne Verfremdungen, Überspitzungen, Stilisierungen. Dennoch weist die Aufführung über ihr Thema hinaus. Denn wie Opfer und Täter zu einem Dialog finden, ist ein globales Thema. Hier geschieht es karg, zurückhaltend, ehrlich.“ (Deutschlandradio Kultur – Fazit, 12.05.2014) „A spiritual lesson about time and healing“ (Irish Examiner) „Quietly is gripping“ (Irish Times) „A satisfying piece of new theatre“ (Sunday Times) „highly charged (…) powerful and resonant“ (Sunday Business Post) „McCafferty skilfully avoids sensationalism or a simplistic resolution. Rather than staging a 'truth and reconciliation' process in microcosm, he shows how these two men have been moulded by their backgrounds, each steeped in prejudice against the other's traditions and beliefs.“ (Helen Meanly, The Guardian, 27.11.12) „Quietly is a well-written, powerfully performed, close-to-the-bone play about violence and forgiveness. (…) Though the play is short it tackles the depth of pain and division that still defines Northern Ireland.“ (Emilie Pine, Irish Theatre Magazine, 23.11.12) &quot;Sowohl die lebenden als auch die toten Figuren dieses Stückes sind frei erfunden.» So der Hinweis des Autors. Und doch verweist das neueste Stück von Owen Mc¬Cafferty auf konkrete gesellschaftspolitische Ereignisse seiner Heimatstadt Belfast. Geschickt verknüpft der Autor in seinem Drama «Quietly», das der erfahrene Übersetzer Michael Raab mit «In aller Ruhe» ins Deutsche übersetzt, unterschiedliche Zeit- und Erzählebenen. Fiktion streift hier unmittelbar Realität, oder anders ausgedrückt, Spiel verarbeitet Lebenserfahrungen.&quot; (Horst Busch, Leitender Schauspieldramaturg am Staatstheater Nürnberg)<br /><br /></p><p>&quot;Indem er den Blick weg von bloßen Daten und Opferzahlen direkt auf die eng und fatal miteinander verknüpften Schicksale zweier Männer lenkt, bekommt der von Gewalt, Rache und Feindschaft geprägte Bruderkrieg eine erschütternde Unmittelbarkeit und spürbare Gegenwärtigkeit.&quot;<br />&quot;Patricia Benneke hat sich mit IN ALLER RUHE eine starke Vorlage mit offensiver Lilieu-Sprache und subtilen Zwischentönen ausgesucht, auf die sie sich verlassen kann.&quot; (Nürnberger Nachrichten)</p>
Kritiken - Dateien
PDF zum Bestellen McCafferty_Raab_InallerRuhe_DruckfassgTG_140414.pdf
Alphabetischer Titel In aller Ruhe
Mailorder 0
PDF Leseprobe McCafferty_InAllerRuhe_Leseprobe.pdf