PERDU

Eine Barockhochzeit auf Probe

Von René Harder

Opern-Pasticcio mit Arien und Duetten aus Pergolesis „La Serva Padrona“ und Pepuschs „The Beggar’s Oper“ sowie zeitgenössischen Liedern
4 D
9 H

Ein Fest soll es geben, eine Barockhochzeit von allerhöchster Güte. In der Standardausführung enthält die Feierlichkeit also nicht wenige Elemente: Gartenkunst, Prozession, Theater, Tanz, Bankett und Feuerwerk. Alles will sorgfältig geprobt werden, schon die Ansprache des erlauchten Brautpaares und seiner Gäste, geschmückt mit komplizierten Titeln, darf nicht dem Zufall überlassen werden. Kosten und Mühen interessieren nicht den kleinsten Perückenfloh. Der Hofzeremonienmeister gibt sein Bestes, aber nichts läuft wie geplant. Dieses turbulente Pasticcio – eine aus verschiedenen Werken oder Musiken zusammengestellte Oper – führt uns höchst unterhaltsam durch höfisches Zeremoniell, frei nach dem Prinzip „Schlimmer geht immer“.

Das Fest auf der Bühne wird zum universalen Fest, in dem alle begreifen können, dass Theater nichts ist, wenn es kein Fest ist. Ein Freilichtspektakel, wie es dem überflussverwöhnten Postpostpostbarockmenschen im 21. Jahrhundert nicht vorenthalten werden sollte.