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Die Vaterlosen

Eine Familiengeschichte in sieben Bildern

Apátlanok


Csaba Mikó

Aus dem Ungarischen von Arpad Dobriban und Stephanie Junge


3 D | 4 H

Csaba Mikó spannt mit seinem Werk einen weiten zeitlichen Bogen über das Leben von sechs Geschwistern und ihrer Mutter in Ungarn von Ende der siebziger Jahre bis heute. Zwischen finanzieller Not und Verzweiflung der zwei Schwestern und vier Brüder spinnen sich Lebensträume und Hoffnungen auf eine bessere Zukunft. Der Vater ist einer der Verlierer des Systemwechsels. Ständig abwesend, um als LKW-Fahrer für den Unterhalt der Kinder zu sorgen, hat er längst seine Autorität und jegliche Beziehung zu den Seinen verloren. Umso mehr erwarten alle Familienmitglieder voneinander Rückhalt und Vertrauen, Sicherheit und Zuversicht. Allerdings ist es das eigene Unvermögen eben jenes Vertrauen und jene Zuversicht zu gewähren, das die Geschwister in Neid und Missgunst gegeneinander agieren und intrigieren lässt. So verschieden die einzelnen Figuren sich in ihren Wunschträumen zu erkennen geben, so sehr gleichen sie sich doch in ihrem Egoismus und der Gier nach Anerkennung und Erfolg. Jedes Mitglied der vermeintlichen Gemeinschaft fühlt sich ungerecht behandelt und der Gedanke ständig mehr zu geben als zu nehmen, zermürbt die ohnehin dünn gewordenen Bande.

Mit gescheitertem Familienleben, zerrüttetem Eheleben, sozialer Isolation und Orientierungslosigkeit die eigene Zukunft betreffend finden sich schließlich die Geschwister am Totenbett des Vaters wieder. Jeder sucht die Schuld beim anderen, aggressiv, ernüchtert. Schließlich wird die eigenen Familie komplett in Frage gestellt.

Das Stück Mikós lebt insbesondere von der gelungenen multiperspektivischen, kontrastreichen Beschreibung verschiedener Familienfeiern und Schnittpunkte des Aufeinandertreffens der sieben Figuren. Die gleich einem Mantra wiederholte Glorifizierung der Familie erweist sich als blindes Credo, für das niemand bereit ist etwas zu opfern. Das Scheitern der Gemeinschaft am Ende ist folglich unabdingbar, da nur konsequent.

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Relation zum Titel Die Vaterlosen
URL part die-vaterlosen
Subtitel Eine Familiengeschichte in sieben Bildern
Originaltitel Apátlanok
Coautoren
Uebersetzung Aus dem Ungarischen von Arpad Dobriban und Stephanie Junge
Bearbeiter
Komponist
Genre
Subverlaginfo
Damen 3
Herren 4
Ergaenzung
Anmerkungen UA: Theater am Haidplatz Regensburg, 9.11.2014 (Regie: Michael Lippold)
Einleitung Csaba Mikó spannt mit seinem Werk einen weiten zeitlichen Bogen über das Leben von sechs Geschwistern und ihrer Mutter in Ungarn von Ende der siebziger Jahre bis heute. Zwischen finanzieller Not und Verzweiflung der zwei Schwestern und vier Brüder spinnen sich Lebensträume und Hoffnungen auf eine bessere Zukunft. Der Vater ist einer der Verlierer des Systemwechsels. Ständig abwesend, um als LKW-Fahrer für den Unterhalt der Kinder zu sorgen, hat er längst seine Autorität und jegliche Beziehung zu den Seinen verloren. Umso mehr erwarten alle Familienmitglieder voneinander Rückhalt und Vertrauen, Sicherheit und Zuversicht. Allerdings ist es das eigene Unvermögen eben jenes Vertrauen und jene Zuversicht zu gewähren, das die Geschwister in Neid und Missgunst gegeneinander agieren und intrigieren lässt. So verschieden die einzelnen Figuren sich in ihren Wunschträumen zu erkennen geben, so sehr gleichen sie sich doch in ihrem Egoismus und der Gier nach Anerkennung und Erfolg. Jedes Mitglied der vermeintlichen Gemeinschaft fühlt sich ungerecht behandelt und der Gedanke ständig mehr zu geben als zu nehmen, zermürbt die ohnehin dünn gewordenen Bande.
Haupttext Mit gescheitertem Familienleben, zerrüttetem Eheleben, sozialer Isolation und Orientierungslosigkeit die eigene Zukunft betreffend finden sich schließlich die Geschwister am Totenbett des Vaters wieder. Jeder sucht die Schuld beim anderen, aggressiv, ernüchtert. Schließlich wird die eigenen Familie komplett in Frage gestellt. Das Stück Mikós lebt insbesondere von der gelungenen multiperspektivischen, kontrastreichen Beschreibung verschiedener Familienfeiern und Schnittpunkte des Aufeinandertreffens der sieben Figuren. Die gleich einem Mantra wiederholte Glorifizierung der Familie erweist sich als blindes Credo, für das niemand bereit ist etwas zu opfern. Das Scheitern der Gemeinschaft am Ende ist folglich unabdingbar, da nur konsequent.
Bild fileadmin/3m_media/auffuehrungsfotos/Vaterlosen_Regensburg_2014/Franziska_Soerensen__c__Sarah_Rubensdoerffer_01.jpg
Bildunterschrift © Sarah Rubensdörffer
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