Im Zauberreich herrscht dicke Luft. Armide ist langweilig, weshalb sie alles und jeden in Schweine zu verwandeln droht. Aber nicht genug damit. Armide will auch noch von ihren Freundinnen als große Zauberin gefeiert werden. Das sieht die Fee Lully aber gar nicht ein. Schließlich liegt die wahre Kunst des Zauberns nicht im bloßen Verwandeln von Dingen, sondern im Bezaubern von Menschen! Armide nimmt die Herausforderung an und schnappt sich den ahnungslosen Christoph. Kaum hat sie diesem eine rosarote Brille auf die Nase gezaubert, hat er sich auch schon in sie verliebt. Nun wäre für Armide alles gut, käme nicht Christophs Freundin in das Zauberreich, um ihren Geliebten zu suchen. Voller Entsetzen muss sie mit ansehen, wie Christoph mit Armide im Zaubergarten verliebt turtelt. Als es deswegen zum Streit zwischen Armide und dem Mädchen kommt, verzaubert Armide Christoph aus Rache in ein Schwein! Mit Hilfe der Kinder, dem Wurzelzwerg Willibald und der Fee Lully gelingt es dem Mädchen schließlich, Christoph aus den Händen Armides zu befreien...
Die Schweiz im Jahr 1971: Hausfrau Nora lebt mit ihrem Mann Hans und ihren zwei Söhnen in einem friedlichen kleinen Dorf. Seit dem Mai 1968 ist ein Ruck durch die Gesellschaft gegangen, das soziale Gefüge ist im Wandel, doch abseits der großen Städte ist davon noch nicht viel zu spüren. Auch an Nora ist der gesellschaftliche und soziale Wandel bislang eigentlich spurlos vorübergegangen, sie lebt weiter ihr ruhiges, friedliches und harmonisches Leben. Doch dann beginnt sie auf einmal, sich leidenschaftlich und in aller Öffentlichkeit für das Frauenwahlrecht einzusetzen, und eckt damit im Dorf an. Nora ist wild entschlossen, das Wahlrecht durchzusetzen, und muss dazu genügend Männer überzeugen. Denn in deren Hand liegt die endgültige Entscheidung in dieser Sache …Der Film von Regisseurin und Autorin Petra Volpe wurde 2017 vielfach ausgezeichnet. Unter anderem mit dem Schweizer Filmpreis und am Tribeca Film Festival. Das Drehbuch steht für eine eigene Bearbeitung zur Verfügung.
Nach Hamlet for you und FRANKENSTEIN unlimited wagen sich die zwei Schauspieler Friedrich und Johannes nun an den nächsten Literaturklassiker: Dracula von Bram Stroker. Wie in den früheren Stücken der Reihe gibt es auch diesmal einen Konflikt zwischen den Schauspielern, denn Friedrich will sich streng an die Vorlage halten, während Johannes freier mit dem Stoff umgehen und die weiblichen Figuren stärken möchte. Außerdem verschwimmt der Roman mit unseren kollektiven Erfahrungen der Pandemiezeit, denn es kursiert das neuartige Dracula-Virus, das die Welt in Atem hält. Sebastian Seidel tritt in bekannter Manier mit humorvoller Offenheit an den über 200 Jahre alten Text heran und flicht wie nebenbei Themen ein, die uns im Hier und Heute beschäftigen.
Der deutsche Journalist Alexander soll eine geflüchtete Ukrainerin interviewen, doch sie hat eine Bedingung: Alexander soll ihr von seiner Verbindung zur Ukraine erzählen, davon, warum er das Recht hat, über das Land zu berichten. Und so erzählt Alexander, wie er sich während eines Urlaubs in Nastia verliebte. Wie er nach zwei Jahren zurückkehrte, sie aber schon in einer gewaltvollen Ehe gefangen und Mutter geworden war. Wie er versuchte, Nastia nach Deutschland zu holen, aber die Bürokratie den Studenten daran hinderte. Wie die Beziehung eine Weile nur aus Telefonaten mit schlechter Verbindung bestand, bis schließlich auch diese aufhörten. Doch die Geflüchtete weiß das alles bereits, denn sie ist Nastias Tochter. Im Zentrum von NASTIA steht eine gescheiterte Liebe über Grenzen und Sprachen hinweg. Kateryna Penkova schafft einen zweisprachigen Text mit Tiefgang, dessen Dialoge vom Verstehen und Nicht-Verstehen leben. Außerdem stellt es die eine Frage, die das Stück dem nachlassenden Interesse am Krieg in der Ukraine entgegenstellt: Wie viel von uns selbst sind wir bereit zu geben, um jemand anderen zu retten?
Bald ist Weihnachten und eigentlich liebt Julian Weihnachten, zumal er da auch Geburtstag hat. Dieses Jahr aber sind zu Hause alle komisch. Niemand schmückt das Haus, niemand singt die gewohnten Weihnachtslieder. Alles ist anders, weil seine ältere Schwester Juni gestorben ist und die Familie um sie trauert. Als Julian Hedvig kennenlernt, erlebt er endlich wieder ein Gefühl von Leichtigkeit. Sie ist witzig, neugierig und ein bisschen weltfremd – aber vor allem: auch ein riesiger Weihnachtsfan! Gemeinsam erleben sie eine schöne und besinnliche Adventszeit. Allerdings bekommt Julian das Gefühl, dass auch bei Hedvig zu Hause etwas nicht stimmt, und geht ihrem Geheimnis auf den Grund.Die norwegische Autorin Maja Lunde ist in Deutschland durch ihr Buch „Die Geschichte der Bienen“ bekannt geworden. Ihr All-Age-Roman „Die Schneeschwester“ wurde 2024 in Norwegen verfilmt (Regie: Cecilie A. Mosli). Eine berührende Geschichte über Freundschaft, die Liebe zwischen Geschwistern und die Trauer nach dem Tod eines jungen Familienmitglieds.
Bérénice, die Königin Palästinas, ist ihrem Geliebten Titus, nach dem Ende des Jüdischen Krieges vor fünf Jahren nach Rom gefolgt. Dort befindet sich seither auch Antiochus, König von Kommagene, der Bérénice ebenfalls liebt. Als Titus neuer Herrscher des römischen Reiches werden soll, möchte er Bérénice heiraten. Antiochus sieht sich als Nebenbuhler geschlagen und will abreisen. Titus fürchtet jedoch im letzten Moment den Zorn des Volkes und des Senats und sagt seine Heiratspläne ab. Titus bittet Antiochus, Bérénice darüber zu informieren und verspricht ihm dafür die römische Provinz Cilicien. Bérénice glaubt Antiochus nicht, als er den Befehl des Kaisers überbringt. Schon am nächsten Tag sollen beide gemeinsam abreisen. Die Königin schickt Antiochus fort und konfrontiert Titus. Der bleibt bei seiner Absicht und lässt Bérénice wütend und verzweifelt zurück. Aus Angst, die Geliebte könnte sich etwas antun, lässt Titus nach Antiochus rufen. Zuletzt treffen die drei aufeinander, nehmen Abschied und stellen damit das eigene Schicksal hintan, um dem politischen Willen zu genügen.
In einer Kleinstadt in einem ehemaligen Uran-Abbaugebiet in Ostdeutschland. Seit Jahrzehnten beobachtet und verwaltet Achim das Sterben – das seiner Frau, seiner Freunde, des Bergbaugewerbes, der DDR, der Heimat. Bis ins hohe Alter überlebt hat einzig Achims Adoptivvater Gerd, und nun scheint auch für ihn die Zeit gekommen zu sein. Achim kümmert sich aufopfernd und routiniert, wie er sich sein Leben lang um alles gekümmert hat, was sich nicht wie seine Tochter Mieke irgendwann der Fürsorge entzogen hat. Mieke wiederum lebt zwar inzwischen in der Großstadt, wird den Geist ihrer Familiengeschichte jedoch nicht los: Die Angst, wie die Mutter an den Folgen der radioaktiven Strahlung zu sterben, hat sich in einer Angststörung manifestiert, deretwegen sie sich kaum unter Leute, geschweige denn in die alte Heimat traut. Jetzt liegt allerdings der Großvater im Sterben und Mieke überwindet sich zu einem Familienbesuch. Der Versuch, Achim unter die Arme zu greifen, wird zur gemeinsamen Vergangenheitsbewältigung – nicht nur für Vater und Tochter, sondern auch für den Großvater, dessen Leben in seinen letzten Tagen in intensiven Träumen an ihm vorbeizieht: Das Kriegsende, der Wiederaufbau eines neuen Staates, das Leben als Bergmann und Vater, und eine andere Art der Liebe, die niemals sein durfte. In ABGEBAUT erzählt Marek S. Bednarsky die Geschichte einer Außenseiterfamilie in Ostdeutschland, deren Leben seit Jahrzehnten auf den unterschiedlichsten Ebenen kontaminiert wird. Er verwebt dabei Traum und Realität, Vergangenheit und Gegenwart, um schließlich einen Raum für Versöhnung und Zukunft zu öffnen.
Pietro, das Synonym für Mittelmaß, lebt mit seinen Eltern im Plattenbau. Doch dank eines Stipendiums für sozial schwache Familien, um das sich der Vater bemüht hat, darf Pietro auf ein Elite-Internat wechseln. Dort angekommen beginnen die Probleme: Der Unterrichtsstoff ist viel schwieriger, die Klasse macht sich über ihn lustig und sein arroganter Mitbewohner Ezechiel tradet erfolgreich an der Börse. Das will Pietro auch: schnell viel Geld verdienen. Also durchsucht er Ezechiels Sachen und findet dort den Zugang zur SchatzHouseAI.In der Hoffnung, es würde alles einfacher machen, geht Pietro einen Pakt mit der KI ein. Er tauscht sein Herz gegen ein künstliches Siliziumherz. Es nimmt ihm seine Emotionen und gibt ihm alles Wissen der Welt. Plötzlich wird er Schulbester und verdient viel Geld. Doch die Beziehung zu seinem erkrankten Vater und zu seinem Schwarm Lisa leiden. Schließlich fliegt sein Schwindel auch noch auf, aber der Handel lässt sich nicht rückgängig machen. War es das wert?Daniel Ratthei schafft ein Theaterstück für Jugendliche, das viele aktuelle, gesellschaftliche Themen miteinander vereint: Künstliche Intelligenz, Leistungsdenken, Klassismus und Bildungsgerechtigkeit. Dabei spielt Ratthei besonders mit dem (Nicht-)Verstehen von Fachbegriffs-Collagen und anderen Ausdrucksweisen des Bildungsbürgertums.
Ein Ehepaar in mittleren Jahren reist in die Ferienanlage, in der es sich seinerzeit kennen und lieben gelernt hat. An diesem Ort der ersten Verliebtheit möchten beide das alte Knistern ihrer Beziehung wiederentdecken, wird diese doch von den typischen Fragen einer Midlife-Crisis beherrscht: Trafen wir seinerzeit die richtige Entscheidung? Wie viel oder vielmehr, wie wenig Sex ist normal? Wer wäre ich, wenn ich mit jemand anderem zusammen wäre? Liegt das Schlimmste schon hinter uns oder steht es uns noch bevor? An diesem Ort treffen sie auf ein jüngeres Paar, das vor lauter Lust aufeinander nicht voneinander lassen kann. Ist dieses junge Paar real oder eine frühere Ausgabe der beiden, oder sind die anderen ein Traum, eine Projektion? Mit DER ANDERE setzt Monica Isakstuen ihr Projekt fort, die Position der Frau in der Familie zu ergründen, insbesondere die der starken Frau, die sich nicht abfinden will mit der Realität und der ihr zugeschriebenen Rolle. Und dies mit dem ihr eigenen Humor, bei dem das Lachen bisweilen im Halse stecken bleibt.
„Ich habe beschlossen, von ihm zu erzählen.“ So beginnt das Theaterstück VERBRECHER UND STRAFE der aus Norwegen stammenden Autorin Kathrine Nedrejord. Was folgt, ist die emotionale und dennoch hoch reflektierte Schilderung einer Frau, die nach einer Vergewaltigung mit dieser traumatischen Erfahrung, aber auch der gesellschaftlichen Stigmatisierung ringen muss. Sie stellt sich Fragen nach der eignen Identität, unterscheidet zwischen einem SIE vor der Vergewaltigung und einem ICH danach; sie fragt nach der Zuverlässigkeit der eigenen Wahrnehmung und sucht nach Möglichkeiten zur Verarbeitung des Traumas. Kann man nach einer solchen Gewalterfahrung noch der gleiche Mensch sein wie davor? Wie lässt sich die Macht über das eigene Selbst, das so tief verwundet wurde, wieder zurückgewinnen? Die Frau schildert die Angst, die sie seit jener Nacht nicht loslässt, und das Gefühl der Unfreiheit, das sie seither in sich trägt. Wie kann man wieder im Leben Fuß fassen, wenn die Umwelt es einem so schwer macht? Sie berichtet aber auch von dem Versuch eine neues Leben mit ihrem Partner aufzubauen. Die Autorin erzählt von negativen Erfahrungen, die diese junge Frau mit den ermittelnden Polizeibeamten macht, von demütigenden medizinischen Untersuchungen, der Faszination der Gesellschaft, der Kunst an sexualisierter Gewalt gegen Frauen und von der Auseinandersetzung mit dem Täter, dem Verbrecher, dem sie sich ein zweites Mal stellen muss, als es zum Prozess kommt. Was klingt wie das Drehbuch zu einem Krimi, ist bei Kathrine Nedrejord eine vielschichtige und sehr poetische Analyse von Tat, Opfer und Täter. Schonungslos, bewegend, aufrüttelnd! „Die Erinnerung rührt sich nicht vom Fleck. Sie hat ihren festen Platz.“