Wie geht eigentlich Theater? Zu Herzen? Rückwärts? Oder vielleicht doch auf allen vieren? Nach meiner Nase oder deiner? Und was heißt das eigentlich, mein und dein? Wer ist oben und wer unten, und braucht man für Theater Mut, oder macht es doch eher Angst? All diesen und noch vielen weiteren Fragen stellen sich T, A und TA, die drei Figuren in diesem rasant-absurden Theaterstück. Und während alles ganz schön kompliziert zu sein scheint, wird eins am Ende doch sehr klar: Theater, das geht nur gemeinsam, also T-A-TA.
Mona und Paul machen so viele Worte, dass sie sich selbst nicht mehr hören können. Ihre Tochter Änne hingegen spricht überhaupt nicht. Sie schweigt beharrlich, und das, obwohl die Ärztin sie von oben bis unten durchleuchtet hat. Die Eltern sind verzweifelt: Womit haben sie ein stummes Kind verdient? Wo sie doch selbst so gerne reden! Doch dann bringt etwas Ännes Welt durcheinander. Ein neues Kind taucht auf, das ganz andere Erfahrungen macht als sie: Wenn Bo spricht, wartet niemand darauf, dass er etwas sagt. Kein Wunder, schließlich ist niemand da. Bo erzählt also Geschichten, in denen er den Lauf der Dinge selbst bestimmt. Schließlich macht Änne den Anfang. Für Bo beginnt sie zu sprechen – damit er gehört wird und endlich schweigen darf. Am Ende sind nicht nur Ännes Eltern sprachlos und hören endlich einmal zu – den Schweigenden und den Sprechenden.
Swingmusik, Boogie-Woogie, Jazz und Pop gepaart mit südamerikanischen Rhythmen – das sind die Andrews Sisters. Gegründet in den Dreißigerjahren erobert das Schwestern-Trio, bestehend aus LaVerne, Maxene und Patty, die Musikwelt. Sie singen im Zweiten Weltkrieg für die US Army und treten gemeinsam mit Stars wie Bing Crosby und dem Glenn Miller Orchestra auf. 2013: Patty Andrews blickt auf ihr Leben zurück. Sie erinnert sich an die besonderen Momente und Ereignisse in der Geschichte der Andrews Sisters. Dabei spielt ihr die Erinnerung immer wieder Streiche. Hatte sich das alles so ereignet? Murat Yeginer lässt die Andrews Sisters auf der Bühne wieder lebendig werden und erzählt eine ganz besondere Geschichte über Musik, Liebe, Krieg, Widerstände und Hoffnungen.
Alles beginnt harmlos in einem Eltern-Chat, in dem Kuchenspenden organisiert werden sollen. Doch bald steht der Vorwurf des Mobbings im Raum: eine Gruppe Jugendlicher soll im Streit mit einem einzelnen Schüler handgreiflich geworden sein, ein Handy sei aus dem Klassenzimmer geworfen worden. Kurzerhand wird zum klärenden Gespräch in die Schule gebeten. Eltern wie Kinder wollen dort mit Hilfe des Lehrers Jasper (und seiner gewaltfreien Kommunikationsmethoden) den Fall klären. Aber der Schlichtungsversuch zeigt sich als weit komplizierter als gedacht. Bald schon liegen nicht nur die einzelnen Parteien über kreuz, sondern auch die verschiedenen Generationen. In den Augen der Jugendlichen besitzen ihre Eltern weit weniger Medienkompetenz als von diesen selbst angenommen – und können entsprechend auch nicht für ihre Kinder definieren, wie man sich in digitalen Räumen schützt. Mal vergnüglich, mal sehr ernst erzählt dieser Text von verschiedenen Generationen und der Suche nach Selbstbestimmung im digitalen wie analogen Leben.
Komissar Kluftinger weiß nicht, warum er sich von Dr. Martin Langhammer zu einem Urlaub in einem Kloster im Allgäu überreden hat lassen. Der quasslige Dorfarzt bereitet ihm bereits bei der Anreise schlechte Laune. Dort angekommen, stellt Kluftinger entsetzt fest, dass er sich mit Langhammer nicht nur die spärliche Zelle teilen muss, sondern auch noch um 5 Uhr morgens zum ersten Gebet erscheinen soll. Zum Glück legt Langhammer ein Schweigegelübde ab und der Kommissar hat seine Ruhe. Doch dann stirbt in der ersten Nacht einer der Mönche durch einen Blitzschlag auf dem Dach des Klosters. Kluftinger nimmt die Ermittlungen auf.
Die kleine Ortschaft Schlehen in den 80er Jahren. Ein Netz aus Kammern und Gängen durchzieht die Erde, ein Labyrinth aus Stollen, in denen einst Eisenerz abgebaut wurde. Oder ist das eine Hundehöhle? Ein Ro(h)rschachtest? Der Hirnscan einer kranken Frau? Seen aus Schwefel, in denen Tiere ohne Augen leben, mit durchsichtiger Haut; ein Geflecht aus Adern, das sich weit über Schlehen hinaus erstreckt und an manchen Stellen an der Oberfläche hervorbricht? Irgendetwas riecht jedenfalls seltsam in dem Abbruchhaus, das früher ein Heim für schwererziehbare Mädchen war und das die Jugendlichen Renata, Isabel und Monika zu ihrer neuen Wohnstatt erklärt haben. Die drei sind auf der Flucht vor der Traumatisierung, der sie in ihren Elternhäusern kontinuierlich ausgesetzt sind, durch religiöse Zwänge, Missbrauch, fehlende Bindung oder einfach nur die Unfähigkeit der Eltern, ihre Kinder zu verstehen. Aber ein Entkommen gibt es nicht in einem Ort, in dem man sich erstaunlich wenig dafür interessiert, dass alle paar Jahre ein Kind verschwindet. DIE LACHENDEN MÄDCHEN ist ein Text, der mit den Archetypen und Symboliken des Horror-Genres arbeitet – aber auch mit dessen Themen: Mythos, Trauma, Erwachsenwerden, Ohnmacht und einer Gemeinschaft, die ihre Jüngsten vergisst, ihre Täter schützt und bei der sich nicht mehr sagen lässt, ob das Böse Teil von ihr oder sie selbst Teil des Bösen ist.
Irgendwo gibt es ein Dorf für Demenzkranke und irgendwie gibt es dort Bewohner:innen und Pfleger:innen. Erstere sind irgendwann dort gelandet und wissen oft selbst nicht, was eigentlich vor sich geht. Die Pfleger:innen sind indes überfordert ob der Arbeitslast, so dass kurzerhand eine Bewohnerin eingestellt und ein Robben-Roboter als Streichelobjekt angeschafft wird. Gemeinsam gehen sie die kreisförmigen Wege des Dorfs und die Schlaglöcher der Demenz entlang. Leben, arbeiten, streiten und schwelgen in Erinnerungen. Denn das ist manchmal das Einzige, was ihnen bleibt. Und dann sind da noch die Runzeln, die einem von der Stirn herab die Meinung sagen … aber hallo. Ariana Emminghaus ist mit DIE VERGESSENDEN ein immersiver Text gelungen, der einfühlsam, humorvoll und poetisch eine Annäherung an das Thema Demenz und Pflege schafft, ohne zu urteilen.
Wenn sie keine Mutter sein will, wer ist sie dann? Plötzlich taucht die Mutter des Kindes mitten in der Nacht in dem Wohnzimmer auf, in dem sie nicht mehr lebt. Der Vater des Kindes sitzt in seinem Sessel und lässt sich von ihrem plötzlichen Auftauchen nicht weiter aus der Ruhe bringen. Aber die Mutter sucht nach Antworten. Die Mutter muss Antworten haben. Warum ist sie nicht dort, zusammen mit dem Vater, warum lebt sie nicht dort mit ihnen, zusammen mit ihrem Kind? Was ist eigentlich passiert? Wenn sie keine Mutter sein will, wer ist sie dann? Monica Isakstuen wurde 2023 mit dem norwegischen Ibsen-Preis ausgezeichnet und ist eine der spannendsten und produktivsten Dramatikerinnen der Gegenwart. MUTTER IST NICHT MEIN WORT ist eine explosive Auseinandersetzung, die sich mit einem der letzten Tabus der westlichen Welt befasst: Kann eine Mutter ihr Kind ablehnen?
Eine Ikone des Eiskunstlaufes betritt den Ort ihres Erfolgs. In der Rückschau bröckelt jedoch das lang antrainierte Selbstbild, bisher sicher geglaubte Überzeugungen geraten ins Wanken. Die Fragilität und Schönheit des Sports stehen dabei im Kontrast zur knallharten Disziplin und den Machtverhältnissen, die den Alltag der Athletin prägten. Im Dialog mit dem eigenen Schatten beginnt eine Reise in das Innere einer Leistungssportlerin, geprägt von Druck, Pflichtgefühl und dem eisernen Willen, immer wieder aufzustehen sowie der eigenen Identitätssuche in den Umbrüchen der 80er und 90er Jahren. Was kostet es auf lange Sicht, jedes Mal aufs Neue Grenzen zu überschreiten? Was bleibt nach einem Leben für den Sport schließlich übrig, außer ein paar verstaubten Medaillen im Schrank? Ein schonungsloser Text über die Mühlen des Profisports.
Eigentlich interessiert sich die einflussreichste Influencerin der Welt überhaupt nicht für Politik. Als aber ihre Katze Samsa vom Präsidenten angefahren wird, entscheidet sie sich, in den Wahlkampf einzusteigen. In feurigen Reden enthüllt sie ihren Followern die Machenschaften und Mechaniken der Politik, schwingt sich auf zur Jeanne d’Arc der sozialen Medien und triumphiert am Ende bei der Wahl. Zwischendrin findet sie aber immer noch Zeit, mit ihrer Katze kurze Szenen aus Filmklassikern nachzuspielen. Aber: Was ist Schein und was ist Sein bei diesem Spiel? Und was, wenn aus dem Spiel Ernst wird? Autor und Regisseur Nicola Bremer hat mit DIE INFLUENCERIN einen intelligenten wie bissigen Kommentar auf die gegenwärtige Politik und Medienlandschaft geschrieben, durchsetzt von Zitaten der Pop-Kultur.