Neue Stücke

Der Held der westlichen Welt (Da Sackhupfa)

Der Held der westlichen Welt (Da Sackhupfa)

Schauspiel

Dieser "playboy" (Originaltitel bei Synge) war nie ein Held, sondern ist ein junger Mann, der seinen Vater im Streit mit einem Spaten angeblich vom Leben zum Tode befördert hat. Nun zieht der Vatermörder voll Angst vor der Festnahme durchs Land und sucht einen Unterschlupf. Den findet er in einem Wirtshaus mitten im Wald. Hungrig und frierend erzählt er dort seine Geschichte. Die kleine Dorfgemeinschaft bewundert seinen Mut, man begegnet ihm mit einer Mischung aus Angst und Bewunderung. Der Wirt stellt ihn als respektheischenden Schankkellner ein. Er gewinnt die Herzen zweier Frauen vom Ort - der Tochter des Wirtsbesitzers und einer geschäftstüchtige Witwe - und siegt bravourös bei einem Rennen. Mitten in Siegerlaune taucht der tot geglaubte Vater auf. Die Leute vom Dorf sehen in ihm jetzt einen großmäuligen Aufschneider und fallen von ihm ab. Auch die Wirtstochter ist nicht mehr an ihm interessiert. Der Sohn gerät in Streit mit dem Vater, und haut ihm ein zweites Mal eins über den Schädel. Aber auch der zweite Mordversuch misslingt und schließlich ziehen sie gemeinsam weiter: der Alte ruhiger, der Sohn erwachsen geworden.


Die Möwe

Die Möwe

Schauspiel

Der renommierte Lyriker, Übersetzer und Rezitator Alexander Nitzberg legt neue, aus einem heutigen Sprachempfinden heraus verfasste Übersetzungen der Theaterstücke Anton Tschechows vor. "Die Drei Schwestern" und "Platonow" wurden in den vergangenen Spielzeiten in der Regie von Jan Bosse und Sebastian Hartmann mit großem Erfolg am Hamburger Schauspielhaus gespielt. Nitzbergs neue Übersetzungen bewahren den vielschichtigen Tschechow-Charakteren ihre so genau und feinfühlig ausgelotete Aura. Seine Übertragungen hören behutsam auf die Sprachführung Tschechows, wollen sich nicht modernistisch vordrängen, sie sind zeitgemäß, lebendig, ohne jedes Slang-Getue oder akademische Pedanterie. Nitzbergs Nähe zur Lyrik und Rezitation geben seinen Übersetzungen einen eigenen Klang, sie lassen sich auf der Bühne hervorragend sprechen. (2007)


Iwanow

Iwanow

Schauspiel

Im Gegensatz zu "Platonow", "Die Möwe", "Onkel Wanja" und vor allem "Drei Schwestern" gehört "Iwanow" zu den eher selten gespielten Tschechow-Stücken hierzulande. 1887 in Saratow uraufgeführt, steht in seinem Mittelpunkt die Figur des "überflüssigen Menschen", ein gängiger Topos in der russischen Literatur. Der 30jährige Nikolaj Alexejewitsch Iwanow, dessen "Seele aus Furcht vor dem morgigen Tag zittert", ist seit fünf Jahren mit Anna Petrowna verheiratet, einer Jüdin, die seinetwegen zur "rechtgläubigen Kirche" übertrat und deswegen von ihren Eltern verflucht und enterbt wurde. Iwanow verbringt die Abende schon längst nicht mehr an der Seite seiner an Tuberkulose erkrankten Gattin und des im Haus lebenden Onkels Graf Schabelski, sondern in Gesellschaft seines Gläubigers, des reichen Gutsbesitzers Lebedjew, und dessen Tochter Sascha. Das trotz der kleinkrämerisch-geizigen Mutter Sinaida Sawischna frei und ungezwungen aufgewachsene Mädchen erkennt, dass Iwanow ein zutiefst unglücklicher Mann ist, der sich nach gesellschaftlicher Anerkennung wie nach menschlicher Wärme sehnt: Im Landkreis hält man ihn für einen Betrüger, und seine Frau, darin vom Landarzt Lwow, ihrem heimlichen Verehrer, bestärkt, wirft ihm vor, ein schamloser Mitgiftjäger zu sein...... "Iwanow", Anton Tschechows erstes Schauspiel, ist Komödie und Tragödie zugleich. Nitzberg, selbst Lyriker und Rezitator, gehört zu den gegenwärtigen renommierten Übersetzern der russischen Literatur, er wurde vor allem durch seine Lyrikübersetzungen der Dichterin Achmatowa (Suhrkamp) und der Werke Majakowskis bekannt. "Meine Übertragungen arbeiten vor allem mit Gestus und Klang. Sie beruhen auf der Erkenntnis, dass die Tschechowschen Dramen idiomatischer Natur sind, so dass ihr eigentlicher Sinn hinter der Sprache liegt. Diese Feinstrukturen möchte ich in theatralische Dynamik umsetzen. Weder eine als »philologische Korrektheit« getarnte Wortwörtlichkeit noch eine gewaltsame »Modernisierung« vermag das. Erstere nimmt den Werken ihre Unmittelbarkeit, letztere die Subtilität. ." Alexander Nitzberg, Februar 2006


Der Kirschgarten

Der Kirschgarten

Komödie

Mehrere Jahre hat die Gutsbesitzerin Ranewskaja in Paris ihr Geld verjubelt. Nun ist ihr Anwesen in Russland verschuldet. Aufgrund dessen holt ihre Tochter Anja sie zurück, da das Anwesen mit dem dazugehörigen Kirschgarten nun versteigert werden soll. Der vermögende Kaufmann Lopachin könnte mit seiner Idee, den Kirschgarten roden und an dieser Stelle Ferienhäuser errichten, die Rettung für den Gutshof sein. Eine weitere Möglichkeit den Gutshof zu retten, wäre eine Vermählung zwischen Lopachin und Ranewskajas Stieftochter Warja. Wie wird sich die verschuldete Familie entscheiden? Gelingt es ihnen den Gutshof mit dem angrenzenden Kirschgarten zu retten?


Moby Dick

Moby Dick

Schauspiel

„Die Suche nach Heimat in der Heimatlosigkeit und nach einem Grund unter dem Abgrund treibt die Männer unter der Führung Kapitän Ahabs an, in die Welt auszuziehen und die großen Themen unseres Daseins anzusegeln, um das Böse aus der Welt zu schaffen und die Maske der Dinge zu zerschlagen. In Melvilles gattungssprengendem Roman, in den Beschreibungen von Mensch und Tier, von Mensch und Natur, in dem vom Schicksal geschlagenen Ahab, der sein Bein einst beim Kampf gegen den weißen Wal verloren hat, findet sich die Wut des Menschen über sein Schicksal und der unerbittliche Kampf um die eigene Würde wieder. Inspiriert vom Alten Testament, den Werken Shakespeares und den Geschehnissen seiner Epoche schreibt Herman Melville 1851, seiner Zeit voraus, diesen verstörenden Roman." (Thalia Theater) Ein moderner Mythos: Die Geschichte des weißen Wals Moby-Dick und seinem von unauslöschlichem Hass getriebenen Jäger. Was als gewöhnlicher Walfang beginnt, wandelt sich zu einem Kampf auf Leben und Tod unter dem Kommando des besessenen Kapitän Ahab. Hier der rachsüchtige, von Narben gezeichnete, einbeinige Mensch, dort der geisterhafte Wal, die Personifizierung der stummen Naturgewalt in der den Tod bringenden See. MOBY DICK liefert ein bis heute gültiges Bild von der Verfassung einer Zivilisation, die im Vertrauen auf die menschliche Erfindungsgabe und die unbedingte Willenskraft beständig Gefahr läuft, Opfer der eigenen Hybris zu werden. Noch zu seinen Lebzeiten war Herman Melville ein vergessener Autor. Erst in den 20er Jahren begann die weltweite Rezeption von MOBY DICK. Wenige Jahrzehnte später schien es, als hätte es das Motiv vom einbeinigen Kapitän, der verbissen ein furchterregendes Ungeheuer über die Weltmeere jagt und am Ende in die Tiefe gerissen wird, schon immer gegeben. Die Bühnenfassung von Antú Romero Nunes und Sandra Küpper ist für das Thalia Theater Hamburg entstanden und wurde dort am 06.09.2013 mit großer Resonanz bei Presse und Publikum erstaufgeführt: "...etwas, das zum Staunenswerten gehört, das man seit Langem auf einer deutschen Bühne gesehen hat." (Die Welt) "Keine Frage: Dieser 'Moby Dick' ist mordsmäßig gut!" (Hamburger Morgenpost)


Die Bremer Stadtmusikanten

Die Bremer Stadtmusikanten

Märchen

Die Bremer Stadtmusikanten - das sind bei Peter Seuwen Esel Mirandolina, Hund Otto, Katze Urmele und Hahn Henner alias "Henna". Der Autor nimmt den Titel des altbekannten Grimm-Märchens beim Wort und lässt seine tierischen Protagonisten in zahlreichen Liedern über Leid und Leben, Freundschaft, Gott und die Welt räsonieren. Esel, Hund, Katze und Hahn sind alt und für ihre Besitzer nutzlos geworden. Ihre Zukunftsaussichten - düster. Wäre da nicht die Idee, den Lebensabend als Musikanten, gemeinsam durch Dörfer und Städte tingelnd, zu verbringen. Doch das ist leichter gesagt als getan: Hund und Katze verhalten sich wie - nun ja, Hund und Katze eben, und auch zwischen dem bescheidene Esel und dem überaus selbstbewussten Hahn gibt es Konflikte. Das plötzliche Auftauchen einer Räuberbande stellt die Freundschaft der vier schließlich auf eine harte Probe ... Einmal mehr gelingt es Peter Seuwen, den altbekannten Text behutsam in die Gegenwart zu holen und dennoch der Vorlage treu zu bleiben.


Der Revisor

Der Revisor

Schauspiel

Alexander Nitzberg, dessen Tschechow-Übersetzungen bereits auf zahlreichen deutschsprachigen Bühnen (Thalia Theater, Düsseldorfer Schauspielhaus, u.a.) gespielt wurden, hat 2012 für das Theater Baden-Baden den russichen Klassiker DER REVISOR neu übersetzt. Nitzberg hat dabei den Akzent auf den poetischen Eigensinn und den Rhythmus des Originals gelegt. "Die vorliegende Neuübersetzung versteht sich als eine Nachdichtung. Um den stark schwingenden Rhythmus des Originals angemessen auszudrücken, wurde im Deutschen - als möchtliches Pendant - eine metrumartige Struktur gewählt. Sie will einem leicht vor sich hin plätschernden Redefluss gewaltsam Einhalt gebieten, indem sie den Redenden immer wieder Stolpersteine in den Weg legt. Diese sich in Brocken erschließende Sprache soll alles Spröde und Ungefällige des Gogolschen Diktums erfahrbar machen. Und das Spiel Gogols mit Wiederholungsfiguren und Leitmotiven als Vorwegnahme des Absurden Theaters plastisch nach außen stülpen. So entstand ein groteskes Bühnengeschehen, ein Spektakulum voller Ecken und Kanten. So unbequem wie das Original." (Alexander Nitzberg)


Gullivers Reisen

Gullivers Reisen

Jugend Kinder Schauspiel


Die Perser

Die Perser

Schauspiel

Es fehlt nicht an Kritikern, die den Wert des Stückes gering veranschlagen. Vom Äußeren her gesehen, lassen sich nicht wenige Einwände erheben: Der Anlass, zu dem der Rat der Alten als Chor zusammentrete, sei schwach und werde nicht folgerichtig durchgeführt. Von einer dramatischen Handlung lasse sich kaum reden, und der Grundgedanke, Macht und Reichtum zeugten Übermut, der von den Göttern bestraft werde, sei weder neu noch gewichtig genug, dem Stück eindrucksvollen geistigen Gehalt zu verleihen. Im Grunde werde vom Anfang bis zum Ende ein und dieselbe Lebensregel in gewissen Variationen vorgetragen, und der Einsatz rhetorisch-deklamatorischer Mittel könne über die Dürftigkeit des Gegenstandes nicht hinweghelfen. Bedeutsam sei lediglich der Appell des Stückes an das Nationalgefühl seines Publikums, und offenbar habe der Dichter diesem Appell auch den ersten Preis zu verdanken. Alles in allem habe man es in dem Werk mit einer theatralisch aufgeputzten patriotischen Festrede zu tun, deren Schluss noch nicht einmal konstruktiv sei und in rituelle Klagelieder auslaufe. In jedem dieser Einwände steckt ein Körnchen Wahrheit. Bestehen bleibt aber die unbestreitbare Wirkung, die das Stück selbst auf den modernen Leser und vor allem auf den Zuschauer ausübt. Bedurfte es des Erlebnisses zweier Weltkriege, um dem Publikum unseres Jahrhunderts die Sinne zu schärfen für die Aussage eines Dramas, dessen Schwächen, am landläufig angenommenen Handwerkszeug eines dramatischen Dichters gemessen, nicht von der Hand zu weisen sind? Man wird die Frage grundsätzlich bejahen. Aber man sollte sich hüten, dieses Ja als eine Art von Entschuldigung zu betrachten, die, wie es moderne Kritiker zuweilen mit Recht tun, künstlerische Schwächen zu inhaltlichen Stärken in Gegensatz zu stellen sucht. Man sollte eher den Mut aufbringen, in manchen überkommenen Normen bewährte Möglichkeiten, keineswegs aber unabdingbare Voraussetzungen der Gestaltung sehen. Und man sollte anerkennen, in welchem Umfang ein Dichter Aufbau und Gehalt eines Werkes, noch auf einer klar ersichtlichen Stufe archaischer Schlichtheit, zu einem Ganzen verschmolz.


König Lear

König Lear

Schauspiel