Mit seinem Abenteurerroman GULLIVERS REISEN landete Jonathan Swift im 18. Jahrhundert einen Welterfolg. Aus der literarischen Vorlage hat Autor Manuel Schöbel ein wunderbar unterhaltsames Familienstück gemacht, das Jung und Alt in eine andere Welt entführt... Auf einer seiner Reisen entdeckt Gulliver eine Insel - die Insel Lilliput - auf der Däumlinge wohnen. Erstaunt lernt Gulliver die Gewohnheiten der kleinen Insulaner kennen - und muss doch auch feststellen, dass es auf Lilliput nicht anders zugeht als in seinem Heimatland : Die Lilliputaner haben ihr Parlament, ihre Regierung, debattieren, intrigieren, führen mit dem Nachbarstaat Krieg. Ihre Wichtigtuerei und Eitelkeit erscheinen nichts als lächerlich und doch allzu vertraut.
In einem alten Haus versammeln sich geisterhafte, untote Gestalten zu einem Essen: der Alte, Direktor Hummel, im Rollstuhl, einer der über andere richten will, sich aber dann selber als Gauner entpuppt, die alte Hausherrin, die als Mumie in einem Schrank lebt, deren Gatte, der Oberst, der weder Oberst noch adlig ist, sondern auch nur ein Verbrecher, die Tochter, die eigentlich die Tochter des Alten ist, ein armer Student, der in Liebe zur Tochter entflammt. Nichts geschieht, nichts wird mitgeteilt in diesem Kammerspiel, was man nicht schon wüsste über die Oberschicht bürgerlicher Gesellschaft. Der eben verstorbene, als Toter herumgeisternde Konsul, der steif-vornehme Oberst, dessen mumifizierte Frau, der kauzige Baron, sie alle sind korrupt. Strindberg setzt die verzerrten Traumdimensionen seiner Figuren in steten Konflikt mit szenisch realen Bildern. Fließende Übergänge von alltäglich Trivialem in absurde Traumebenen entlarven die Fiktionen des bürgerlich-aristokratischen Milieus. Am Schluss haben auch die jungen Leute keine Chance auf ein anderes, wahres Leben: Die Tochter stirbt, der Student bleibt allein zurück.
RAUSCH von August Strindberg behandelt Aufstieg und Fall und erneuten Aufstieg eines Dramatikers in Paris. Der 30jährige Maurice steht kurz vor dem Durchbruch. Vor der Premiere trifft er seine Freundin Jeanne, mit der er in wilder Ehe mit der bereits 5jährigen Tochter Marion lebt. Maurice erbittet von Jeanne die Freiheit für den Premierenabend und verspricht ihr, sie hinterher an Ehre und Erfolg teilhaben zu lassen. Doch nach dem großen Premierenerfolg verbringt er die ganze Nacht mit der verhängnisvoll verführerischen Künstlerin Henriette, die er seinem besten Freund, dem Künstler Adolphe, ausgespannt hat. Schuldgefühle plagen ihn wegen des Verrats an der Mutter seines Kindes und seinem besten Freund. Als am nächsten Morgen auch noch Marion tot aufgefunden und er des Mordes verdächtigt wird, fällt Maurice in eine tiefe Existenzkrise. Das Stück wird sofort wieder abgesetzt, der Plagiatsvorwurf erhoben, Maurice zerfleischt sich zwischen Vorwurf, Reue, Schuld und schließlich Sühne. Nicht zufällig bezieht sich Strindberg im Originaltitel "Verbrechen und Verbrechen" auf Dostojewskis großen Roman. Dabei nehmen Maurice' Mitstreiter jeweils andere moralische Standpunkte ein und schaffen so einen über den Plot hinausgehenden moralphilosophischen Diskurs, der das Stück der naturalistischen Form enthebt und bereits weit in die Moderne weist. Jeanne und Adolphe sind die Humanisten. Sie sind die besten Freunde: weise, gnädig, verständnisvoll, tolerant. Sie verkörpern das Gute im Menschen, das Gewissen und die Fähigkeit, sich selbst und anderen verzeihen. Der Untertitel "Komödie" verweist auch auf das idealistische Menschenbild und die humanistische Moral: Wer bereut, bekommt eine zweite Chance. Maurice wird am Ende rehabilitiert. Der Abbé steht für die konservative Institution, für Buße und Absolution durch eine höhere Instanz. Henriette steht für die Gewissenlosigkeit, die Freiheit gewährt, aber in Verlust von Liebe und Beziehungen führt. Maurice steht für den modernen Menschen, der seine Taten nur vor sich selbst und seinem Gewissen verantworten kann und muss. Die Modernität von Strindbergs "Verbrechen und Verbrechen" zeigt sich auch in Stil und Sprache. Die Figurenzeichnung geht über die naturalistische Darstellung hinaus und trägt stark expressionistische Züge. Schlimme Vorahnungen, Schuldgefühle und psychische Schmerzen bestimmen die Figuren. Das Stück gehört zu den ersten "Nach-Inferno-Stücken" und steht damit am Anfang von Strindbergs Spätwerk, in dem er zunehmend dem Expressionismus, Surrealismus, Absurdismus und anderen Formen des modernen Dramas vorausgreift.
Unterschiedlicher könnten die beiden Reisenden kaum sein, die im Nirgendwo aufeinandertreffen: Papagei Paula – bunt, laut, schnell – liebt es warm, fruchtig und luftig. Und Pinguin Pinkus – schwarzweiß, ruhig, langsam – liebt es kalt, fischig und nass. Das kann ja heiter werden mit dem gemeinsamen Urlaub – wird es auch! Denn andere Lebensweisen können ja schließlich nicht nur fremd, sondern auch reizvoll sein, sogar reizend. Und Spaß machen.
Ein Mann der freiwillig die Wäsche macht, die Wohnung putzt und alles tut, was seine Frau ihm aufträgt. Ein Traum, oder? Doch als Dani genau das bei ihrem Mann Marc feststellt, fühlt es sich zuerst an wie im dystopischen Alptraum. Denn Marc führt nicht nur ihre Bitten wortgenau aus, sondern benimmt sich auch sonst als sei er ein Android. Genauer gesagt der CMX Punkt 9 Typenklasse 7700 Superservicepremiumroboter Baureihe 3 der fünften Megamagnumhumanklassengeneration. Aus irgendeinem Grund ist der sehr menschliche Marc zu einer Maschine mutiert und Dani muss nun mit allen Unwägbarkeiten, die das mit sich bringt, umgehen. Für Sie beginnt eine aufregende Suche nach dem Ursprung der Wandlung, die mit einer überraschenden Erkenntnis endet. Heiko Buhr erschafft eine komödiantische Versuchsanordnung, die das Zusammenleben mit künstlicher Intelligenz auf Korn nimmt und in der es trotz Robotern gehörig menschelt.
Juzek Kowalski hat ein Problem: Er muss sich einer medizinisch-psychologischen Untersuchung unterziehen, um seinen Job als Abgesandter der deutsch-polnischen Gesellschaft für Völkerverständigung auf dem Hochkultursektor wiederzuerlangen. So begibt er sich auf eine turbulente Reise durch seine Jugend, zwischen Hochkultur und Proletariat, zwischen Ost und West. Nicht ganz freilwillig muss er sich mit seiner Integration in Ostdeutschland auseinandersetzen, deren Geschichte mehr oder weniger gelungen, aber stets unterhaltsam ist. Mit IM OSTEN WAS NEUES beleuchtet Łukasz Ławicki mit teils schmerzhaftem Humor die Realität junger Migrant:innen in Ostdeutschland Ende der 90er Jahre.
Süßes oder Saures? Die gruselige Grafschaft hat zum Dinner geladen. Doch Kellner Willi Wamse traut der unheimlichen Gesellschaft aus Lebenden und Untoten, Vampiren und Hexen sowie Zwergen und Geistern nicht über den Weg. Als dann auch noch geheimnisvolle Bissspuren entdeckt werden, schlägt seine große Stunde. Todsicher!
Herzlich willkommen zur Kur! Alle Kurgäste haben sich zum Eröffnungs-Dinner im Restaurant des Kurhotels versammelt. Doch mit der Erholung bei der resoluten Oberschwester Dolores ist es schnell vorbei: Ein Kurgast wird vor allen Gästen ermordet. Zum Glück hat der Pfleger Willi Wamse einen VHS-Kurs als Detektiv absolviert und die haarsträubenden Ermittlungen, in die auch das Publikum miteinbezogen wird, nehmen ihren Lauf. Karsten Morschett und Thomas Vetsch liefern mit ihrem Krimi-Dinner beste Unterhaltung mit Spannung, vertrauten Melodien und viel Publikumsbeteiligung. Weitere mörderisch vergnügliche Krimi-Dinner vom Erfolgsduo, ebenfalls spielbar mit 2 D | 1 H: HERR HAASE UND DIE TÖDLICHE GIFTSPRITZE, MORD MIT BISS, MORD BEIM FESTBANKETT - WEIHNACHTSSPECIAL
Die erfolgreiche Krimi-Dinner-Komödie im Weihnachtsgewand. Das Autorenduo Karsten Morschett und Thomas Vetsch bringt ihren Dauerbrenner MORD BEIM FESTBANKETT als Weihnachtsspecial in die Lokale. Mit genauso viel Humor, Musik und ein wenig Lametta: Die gesamte lokale Prominenz hat sich versammelt, um den runden Geburtstag einer Mitbürgerin zu feiern. Doch ein Mord bringt die Ordnung gehörig durcheinander. Ideal für den Kellner Willi Wamse, der endlich sein neues VHS-Detektiv-Diplom testen kann ...
Herzlich willkommen zum großen Festbankett! Die gesamte lokale Prominenz hat sich versammelt, um den runden Geburtstag einer Mitbürgerin zu feiern. Doch ein Mord bringt die Ordnung gehörig durcheinander. Ideal für den Kellner Willi Wamse, der endlich sein neues VHS-Detektiv-Diplom testen kann ... Das Autorenduo Karsten Morschett und Thomas Vetsch legt nach HERR HAASE UND DIE TÖDLICHE GIFTSPRITZE ein weiteres Stück für einen spannenden und hochunterhaltsamen Krimi-Dinner vor.